Schlieren
Limmattalbahn: Ein Anschluss des Spitals ist zwingend

Das Spitalquartier präsentiert eine alternative Linienführung für Limmattalbahn – wohl vergebens. Denn dem Stadtrat fehlen schlicht die Kompetenzen dazu.

Florian Niedermann
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Die Bewohner des Spitalquartiers möchten kein Bahntrassee entlang der Spitalstrasse. FNI

Die Bewohner des Spitalquartiers möchten kein Bahntrassee entlang der Spitalstrasse. FNI

Die Schlieremer Gemeinderätin Heidemarie Busch (CVP) erzwang in der letzten Parlamentssitzung die Überweisung ihres Postulats an den Stadtrat. Darin forderte sie ihn auf, sich für eine vollständig unterirdische Linienführung der Limmattalbahn im Spitalquartier mit einer ebenfalls unterirdischen Haltestelle beim Spital Limmattal einzusetzen. Ihr Mitstreiter in der IG Spitalquartier und alt Gemeinderat Peter Suter zweifelt am Erfolg dieses Vorgehens. «Verbindliche gemeinderätliche Vorstösse betreffend die Limmattalbahn an den Stadtrat sind ohne rechtliche Grundlage», erklärt Peter Suter, «dem Stadtrat fehlen schlicht die Kompetenzen dazu.»

Alternativlinie erdacht

Weil die Verlegung der Stadtbahn und der Haltestelle Spital Limmattal in den Untergrund kaum Aussicht auf Erfolg hat, zieht man aufseiten der Quartierbewohner auch andere Möglichkeiten in Betracht, um die Limmattalbahn aus der Spitalstrasse fernzuhalten. Suter konzipierte dazu eine alternative Linienführung durch das Spitalquartier. Gemäss dieser würde die Limmattalbahn vom Schlieremer Zentrum her kommend bis zur Spitalstrasse auf der Badenerstrasse fahren, und erst dort nach links abbiegen. Danach würde die Stadtbahn direkt wieder nach rechts in die Steinackerstrasse und das dortige Urdorfer Industriegebiet abzweigen.

Damit würde der Schwenker ins Spitalquartier abgekürzt, ein Bahntrassee entlang der Spitalstrasse vermieden, aber auch das Spital Limmattal und die Kantonsschule nicht an die Limmattalbahn angeschlossen.

Die IG Spitalquartier hat bereits am 15. März eine Petition eingereicht. Darin hält sie fest, dass ihre Mitglieder «die oberirdische Führung durch die Spitalstrasse und die Haltestelle Spital« ablehnen würden. Diesen Umstand solle Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin als Mitglied der Behördendelegation des Limmattalbahn-Projekts auch bei der Projektleitung auf den Tisch bringen.

Suter will sein Konzept für die Linienführung im Spitalquartier publik machen, «um Herrn Brühlmann wissen zu lassen, dass es nicht unbedingt um die Entscheidung unterirdisch oder oberirdisch gehen muss. Es gibt sehr wohl auch Alternativen.»Fraglich erscheint indes weniger, ob der Stadtpräsident sich Suters Vorschlag annimmt. Vielmehr lässt die Reaktion von Daniel Issler, Geschäftsleiter bei der Limmattalbahn AG, auf Suters vorgeschlagene Variante wenig Hoffnung aufkommen.

Ist Anbindung des «Limmis» nötig?

«Die Anbindung von Spital Limmattal und Kantonsschule sind im Richtplan vorgesehen. Der geplante Schwenker ins Spitalquartier macht wenig Sinn, wenn diese beiden Bedingungen nicht mehr erfüllt werden«, sagt Issler. Die Spitalanbindung sei auch eine politische Frage. «Da müssten die Kantone Zürich und Aargau sowie die Gemeinden Schlieren, Urdorf und Dietikon einverstanden sein», so Issler.

Suter zweifelt indes daran, dass eine Anbindung des Spitals an das Stadtbahnnetz überhaupt nötig ist: «Das ‹Limmi› ist heute schon sehr gut an das Busnetz angebunden, dieses wird aber kaum durch Spitalbesucher benutzt. Ich glaube deshalb auch nicht, dass es die Limmattalbahn für diese Klientel braucht», so Sutter. Dieser Meinung widerspricht Issler. «Wir rechnen in einem Zeitraum bis 2030. Bis dahin wächst die Bevölkerung im Limmattal stark an», sagt er. Die Nutzer des öffentlichen Verkehrs würden sich auf alle Verkehrsmittel verteilen. Deshalb mache die Anbindung von Kantonsschule und Spital aus Sicht der Limmattalbahn AG sehr wohl Sinn.»