Dietikon
Limmattalbahn-Baustelle: FDP will dem Gewerbe durch Pop-up-Stores helfen

Bevor die Bahn fährt, wirds erst noch lästig und vielleicht sogar existenzgefährdend für das am Trassee liegende Gewerbe. Unter anderem mit Pop-up-Stores will die FDP den Unternehmenden deshalb helfen.

Gabriele Heigl
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Noch ist die Limmattalbahn in Dietikon nicht Realität. Dennoch macht sich Philipp Müller (FDP) bereits Gedanken, wie das Dietiker Gewerbe die Baustellenzeit bestmöglich überstehen kann.

Noch ist die Limmattalbahn in Dietikon nicht Realität. Dennoch macht sich Philipp Müller (FDP) bereits Gedanken, wie das Dietiker Gewerbe die Baustellenzeit bestmöglich überstehen kann.

zvg und Architron GmbH Zürich

Bekanntlich ist die Realisierung der zweiten Etappe der Limmattalbahn durch die Initiative «Stoppt die Limmattalbahn – ab Schlieren» infrage gestellt. Voraussichtlich im Herbst wird sich das Zürcher Stimmvolk noch einmal zum Projekt äussern müssen.

Ungeachtet dessen macht sich Gemeinderat und Stadtratskandidat Philipp Müller (FDP) Gedanken, wie das betroffene Dietiker Gewerbe die lange Baustellenzeit bestmöglich überstehen kann – so die Bahn nicht in Schlieren endet. In den Jahren zwischen 2019 und 2022 soll die zweite Etappe von Schlieren bis Killwangen-Spreitenbach erstellt werden.

«Unternehmende, welche auf Publikumsverkehr angewiesen sind, werden während der Bauzeit wohl Umsatzeinbussen erleiden.»

Philipp Müller, Dietiker FDP-Gemeinderat

Mit einer Interpellation möchten Müller und drei Mitunterzeichner (neben den beiden FDP-Kollegen auch Martino Agustoni von der Limmattalbahn-Gegner-Partei DP) erreichen, dass die Stadt dem Gewerbe unter die Arme greift. Müller erwartet, dass der Bau der Bahn die Gewerbetreibenden an der zukünftigen Strecke auf die Probe stellen wird. «Vor allem Unternehmende, welche auf Publikumsverkehr angewiesen sind, werden während der Bauzeit wohl Umsatzeinbussen erleiden», heisst es im Interpellationstext.

Und Müller liefert der Stadt gleich auch ein paar Ideen. Denkbare Massnahmen seien etwa Öffnungszeiten ausserhalb der Bauzeit, also abends und an Wochenenden, sowie temporäre Ersatzstandorte für Verkaufsgeschäfte im Zentrum, sogenannte Pop-up-Stores. Müller möchte von der Stadt ausserdem wissen, ob es nicht sinnvoll wäre, ein Konzept in Bezug auf die Belastung des Gewerbes während der Baustellenzeit auszuarbeiten.

Angst vor Zufahrtsbehinderungen

Die Dietiker Gewerbler hatten sich im letzten Sommer mehrmals besorgt geäussert über die Zeit der Staus, der Lärm- und Staubemissionen. Am meisten fürchten sie aber monatelange Zufahrtsbehinderungen sowie wegfallende Parkplätze – Ärgernisse für die Kunden, welche die Gewerbler als möglicherweise existenzbedrohend betrachten.

Die Limmattalbahn AG setzt gemeinsam mit der Stadt Dietikon auf transparente Kommunikation. Mit Info-Treffs speziell für die Gewerbetreibenden will man seit Juli nicht nur über den Planungsstand aufklären, sondern auch auf die Wünsche und Anregungen der Gewerbler eingehen. Wo und wann Teilsperrungen mit Einbahnregime sowie Vollsperrungen etwa in den Sommerferien nötig werden, steht derzeit noch nicht fest. Sicher ist aber: Ohne mehrmalige grössere Behinderungen wird es nicht gehen. Das räumte die Limmattalbahn AG im Juli ein.

Damals hatte Lucas Neff, Dietiker Gemeinderat und mittlerweile auch Stadtratskandidat, angeregt, dass etwa am Donnerstagnachmittag von 16 bis 20 Uhr der Baustellenbetrieb ruhen könnte, damit wenigstens in dieser Zeit die Geschäfte problemlos angefahren werden können. Die Limmattalbahn AG sagte damals zu, diese Anregung zu prüfen.

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