Amtsgeheimnisverletzung
Liess er sich schmieren? Zürcher Kantonspolizist verhaftet

Die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich hat einen Kantonspolizisten verhaftet. Er steht unter dem Verdacht, Amtsdelikte begangen zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat unter anderem ein Verfahren wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses eröffnet.

Merken
Drucken
Teilen
Der verhaftete Mann, dem Amtsgeheimnisverletzung vorgeworfen wird, wurde per sofort freigestellt. (Symbolbild)

Der verhaftete Mann, dem Amtsgeheimnisverletzung vorgeworfen wird, wurde per sofort freigestellt. (Symbolbild)

KEYSTONE/APA/HERBERT NEUBAUER

Hinweise aus einem Strafverfahren, das in Deutschland geführt wird, haben zur Verhaftung des Zürcher Kantonspolizisten geführt. Der Beamte wurde am Freitag verhaftet, wie die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich am Dienstag mitteilte.

Der Fall Christina Wilkening

Wie aus einem Bericht des "Tages Anzeigers" hervorgeht, soll die deutsche Privatdetektivin Christina Wilkening nicht nur deutsche Polizisten geschmiert haben. So wollte man, auch mit Geld, einen Einfluss auf Strafverfahren gegen Oligarchen aus Osteuropa ausüben.

Aus den beschlagnahmten Unterlagen geht hervor, dass sie eine mehrjährige Beziehung zum verhafteten Zürcher Polizisten pflegt. Laut dem "Tages Anzeiger" sollen sich die beiden wiederholt in Hotels und Restaurants in Zürich getroffen haben. Dabei sollen sich die beiden unter anderem über Drogenbanden und organisierte Kriminalität unterhalten haben. Aber auch das Lottogeschäft in Osteuropa, bei welchem ebenfalls ein Schweizer involviert sein soll, soll Bestandteil ihrer Gespräche gewesen sein.

Dem Kantonspolizisten werden verschiedene Delikte angelastet. Laut einem Bericht des "Tages Anzeigers" wird ihm vorgeworfen, unbefugt Informationen zu laufenden Ermittlungen an eine Person ausserhalb des Korps weitergeleitet zu haben. Unklar ist, ob diese Informationen geheim waren. Ausserdem sollen Recherchen des "Tages Anzeigers" ergeben haben, dass der Mann auch Schmiergelder angenommen haben soll. Mehrere Tausend Franken sollen es gewesen sein.

Wie der "Tages Anzeiger" schrieb, sei die Verhaftung aufgrund eines Strafverfahrens gegen die deutsche Privatdetektivin Christina Wilkening erfolgt. Ihr wird der Prozess gemacht weil sie Polizisten bestochen haben soll. Auch der verhaftete Schweizer soll von ihr 5500 Euro angenommen haben, hiess es im "Tages Anzeiger".

Der verhaftete Zürcher Kantonspolizist bestreitet die Vorwürfe. Das Zwangsmassnahmengericht hat am 10. April Untersuchungshaft für den Mann angeordnet. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Die Kantonspolizei Zürich teilte am Dienstag mit, dass es sich bei dem Beamten um einen Sachbearbeiter der Kriminalpolizei handelt. Die Kantonspolizei hat ihn vorsorglich per sofort freigestellt und ein internes Administrativverfahren eingeleitet.