Weiningen

Liegenschaftenverkauf sorgt für Emotionen

Im Wohnblock an der Poststrasse im Zentrum von Geroldswil befinden sich 12 Wohnungen

Im Wohnblock an der Poststrasse im Zentrum von Geroldswil befinden sich 12 Wohnungen

An der Kirchgemeindeversammlung der reformierten Kirche gingen die Diskussion schon vor der Behandlung der Traktanden los. Für Gesprächsstoff sorgte der im Voranschlag enthaltene Verkauf des Wohnblockes an der Poststrasse7 und 7a in Geroldswil.

Ein Votand wollte über das Vorhaben separat und nicht im Rahmen des Budgets abstimmen lassen. Dies sei nicht möglich, weil es bei der Abstimmung lediglich um die Genehmigung des Voranschlages gehe und nicht um den Verkauf der Liegenschaft, erklärte Kirchgemeindepräsidentin Barbara Haller. Und Gabriela Kleiner, Präsidentin der Rechnungsprüfungskommission ergänzte: «Der Verkauf der Liegenschaft ist lediglich eine Option.» Über einen Kaufvertrag müsse die Gemeindeversammlung zu einem späteren Zeitpunkt abstimmen.

Klares Ja zum Budget

Nachdem dieser Sachverhalt geklärt war, gab es zum Budget im Allgemeinen keine Diskussionen mehr. Der Voranschlag, mit einem gleichbleibenden Steuerfuss von 11 Prozent und einem Ertragsüberschuss von rund 441000 Franken wurde von den 63 anwesenden Stimmberechtigten mit grosser Mehrheit genehmigt. Die Kirchenpflege wird sich nun daran machen, einen Vertrag auszuarbeiten. Laut Haller gibt es bereits zwei Kaufinteressenten. Der Verkaufspreis wird im Budget mit 3,7 Millionen Franken ausgewiesen. Wann genau über den Vertrag abgestimmt wird, ist noch nicht klar.

Es ist anzunehmen, dass es auch dann Diskussionen geben wird. Denn bei der Behandlung des Voranschlages wurden aus dem Plenum Stimmen laut, die sich gegen einen Verkauf des Wohnblockes aussprachen. Vielmehr, so die Argumentation, sei es durch eine richtige Bewirtschaftung der Liegenschaft möglich, einen ordentlichen Ertrag zu erwirtschaften. Nötig sei dazu eine professionelle Verwaltung sowie die Anhebung des Mietzinses auf ein ortsübliches Niveau.

Finanzielle Überlegungen

Um finanzielle Überlegungen geht es auch bei der Absicht der Kirchenpflege, den Wohnblock zu veräussern. Sie braucht Geld, um die anstehenden Sanierungen an den Liegenschaften der Kirchgemeinde - sie umfasst die Gemeinden Unterengstringen, Weiningen, Geroldswil und Oetwil - finanzieren zu können. Wie Liegenschaftenvorstand Simon Plüer ausführte, rechne das Investitions-Portfolio mit rund 2,5 Millionen Franken, die in den kommenden Jahren für die Sanierung der gemeindeeigenen Liegenschaften aufgewendet werden müssen.

«Durch den Verkaufserlös können wir die Sanierungen bezahlen und Schulden abbauen, ohne dass damit ein Leistungsabbau einhergeht. Das sind die Hauptargumente, die für den Verkauf des Wohnblockes sprechen», sagte Präsidentin Haller. Sollte der Verkauf scheitern, käme Plan B zum Tragen. Dann würden wieder das Pfarrhaus und die angrenzende Wiese in Unterengstringen in den Fokus rücken. Für die Zukunft dieses Grundstückes sind vor rund einem Jahr bereits fünf mögliche Szenarien vorgestellt worden, die unter anderem den Verkauf oder die Abgabe im Baurecht zum Inhalt hatten. «Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es aber keine überzeugenden Lösungen. Alle Varianten haben grundlegende Nachteile oder bergen Risiken», erklärte Haller.

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