Crowdfunding
Liebeserklärungen an den Türlersee gesucht – Apéro und Mondscheintour als Dank

Miriam Petrachi und Romeo Nagele lancieren ein Mitmach-Fotobuch über den Türlersee. Ein bis zwei «poetische Sätze» wünschen sich die Initianten – von möglichst vielen ­Menschen, für die der Türlersee ­genauso eine Herzensangelegenheit ist wie für sie.

Livia Häberling
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Liebeserklärungen an den Türlersee gesucht
4 Bilder
Aufnahmen in frühen Morgenstunden vom Naturschutzgebiet Türlersee.
Die Bilder sind aus dem täglichen sowohl privaten als auch beruflichen Zusammenleben mit dem See von Romeo Nagele entstanden.
Je größer die Temperaturunterschiede zwischen Wasser und Luft sind, umso mächtiger kann sich der Nebel ausbilden – wie auf dieser Ablichtung des Türlersees.

Liebeserklärungen an den Türlersee gesucht

Livia Häberling

Klick, klick, klick. Romeo Nagele knipst Liebesbriefe. Immer wieder verzaubert ihn der Türlersee von Neuem, immer wieder drückt er ab. Wenn er auf dem See, im See, am See unterwegs ist. Und das ist er jeden Tag. Er wohnt ganz nah, vermietet in der Badi Stand-up-Paddle-Boards, gleitet selber über das Wasser. Ohne dass es ihm je langweilig geworden ist: «Der Türlersee», sagt er, «erfindet sich jeden Tag neu.»

Auch Miriam Petrachi hat zum Türlersee eine innige Verbindung. Es sei ein Ort, der ihr gut tue, «ein Mysterium der Natur», schwärmt sie. Wenn sie hier sei, dann spüre sie in ihrem Kopf eine natürliche Schwere, die ihren Verstand beruhige. Seit zwei Jahren ist auch sie öfter in der Gegend um den See anzutreffen. Dort lernte sie Romeo Nagele kennen, der ihr im Frühling – in einer für sie herausfordernden Zeit – jeden Tag ein Bild schickte von der Gegend, die sie beide so mögen. Sie war ergriffen von den Bildern – ja begeistert, und war sich sicher: Auch andere Menschen wären das, hätten sie die Möglichkeit, die Sujets zu sehen.

Bis nächsten Frühling soll das Buch fertig sein

Aus Nageles Sammlung stellte Petrachi eine Auswahl von mehr als 100 Fotos zusammen. Daraus soll bis im Frühling 2021 ein Bilderbuch entstehen, das die Mystik des Türlersees während der verschiedenen Jahreszeiten zeigt. Um ihr Herzensprojekt finanzieren zu können, haben die beiden bei den Standort-­Gemeinden Aeugst und Hausen am Albis um Unterstützung angefragt; diese haben einen Beitrag aus dem Kulturbudget 2021 von je 4500 Franken in Aussicht gestellt. Um eine Auflage mit 1000 Stück drucken zu können, sind allerdings knapp 20'000 Franken nötig. Neben den Gemeinden, die je 150 Exemplare erhalten würden, möchten Petrachi und Nagele auch dem Türlersee-Schutzverband 200 Exemplare schenken. Als Geste der Wertschätzung. «Je länger ich an diesem wunderschönen See wohnte, desto mehr wurde mir bewusst, wie wichtig diese Arbeit des Schutzverbands ist. Es ist wichtig, dass wir diesem Plätzchen Sorge tragen», sagt Nagele.

Apéro und Mondscheintour als Dank

Um Unterstützerinnen und Unterstützer zu finden, haben die beiden ein Crowdfunding lanciert. Für 30 Franken halten Unterstützerinnen und Unterstützer im April 2021 ein signiertes Exemplar in ihren Händen. Für 100 Franken gibts drei Bücher und eine Einladung zur Vernissage, und für 500 Franken erleben sie den Türlersee auf einer Mondscheintour mit anschliessendem Apéro. Dazu gibts 16 Exemplare.

Wer aber möchte, darf nicht nur finanzielle Unterstützung bieten: Denn natürlich wissen Petrachi und Nagele, dass der Türlersee auch für viele andere Menschen ein besonderer Ort ist. Sie alle dürfen am Fotobuch mitwirken: «Wir möchten jedes Bild mit einer Liebeserklärung ab­runden, in der eine Person ausdrückt, was der Türlersee für sie bedeutet oder wie sie den See erlebt», sagt ­Petrachi.

So kann man mitmachen:

Infos zum Fotobuch finden sich auf www.crowdify.net/de/projekt/tuerlersee.