Dietikon

Leitungsbrüche und Bussen wegen Dürre im letzten Jahr

Bäche wie der Schäflibach trockneten 2018 vollständig aus: Der Dürresommer prägt auch den Dietiker Geschäftsbericht.

Der Geschäftsbericht 2018 zeigt: Der letzte Sommer hat in vielen Abteilungen Spuren hinterlassen.

Er ermöglicht einen umfassenden Blick zurück: Der Geschäftsbericht 2018 der Stadt Dietikon, der 238 Seiten umfasst, enthält bislang unbekannte Zahlen und zeigt neue Entwicklungen auf. Ein Thema, das an den verschiedenen Stellen aber immer wieder auftaucht, ist der vergangene Hitze- und Dürresommer.

So galt auf dem gesamten Stadtgebiet vom 27. Juli bis 27. August ein absolutes Feuerverbot. Auch das Abbrennen von Vulkanen oder das Abfeuern von Raketen war damit wegen der hohen Brandgefahr am Nationalfeiertag verboten. In dieser Zeit gingen acht Anzeigen wegen des Missachtens des Feuer- oder Feuerwerkverbotes bei der Stadtpolizei ein, welche diese zuhanden des Statthalteramtes rapportierte.

Sollte sich eine ähnliche Dürreperiode wiederholen und sollte damit erneut ein Feuerverbot nötig werden, will sich der Stadtrat für ein einheitliches Vorgehen einsetzen: «Die Stadt Dietikon übernimmt die Koordination betreffend einheitlicher Umsetzung und Kommunikation unter den Bezirksgemeinden», heisst es dazu im Geschäftsbericht.

Das Wasser fehlt

Die Trockenheit spürte im Weiteren auch die Wasserversorgung, die «neue Herausforderungen bewältigen» musste. Diese verzeichnete gemäss Geschäftsbericht vermehrt Leitungsbrüche, die sie auf den «sehr trockenen und harten Boden» zurückführt. Sie musste zudem, da der Bedarf in den umliegenden Gemeinden höher war, mehr Wasser verteilen. Und um der Bevölkerung zu zeigen, dass Massnahmen zum Wassersparen nötig sind, wurden auf Stadtgebiet die Laufbrunnen abgestellt.

Spuren hinterliess der Dürresommer natürlich auch im Wald und in den Gärten. Die Stadt musste ihre Grün- und Blumenrabatten, den Sportplatz Hätschen sowie die frisch gepflanzten Bäume häufiger giessen. Vermehrt mussten auch abgestorbene Äste von den Bäumen entfernt werden. Als Folge des trockenen Sommers konnte sich der Borkenkäfer stark ausbreiten. Eine Hektare Fichtenwald und viele weitere befallene Fichten hätten gefällt werden müssen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, wird im Geschäftsbericht erläutert. Im Niderfeld wurden rund 600 Kubikmeter Käferholz zwischengelagert.

Der Herbst stellte sich witterungsbedingt früher als üblich ein: An einzelnen Bäumen setzte der Blattfall bereits im Spätsommer ein. Doch insgesamt wurde in etwa dieselbe Menge Falllaub registriert wie im Vorjahr. Rund 37,5 Tonnen waren es 2018, wie im Geschäftsbericht vermerkt ist.

Stürme und Brände

Das vergangene Jahr ist auch an verschiedenen städtischen Liegenschaften nicht spurlos vorbeigegangen. Harmloses tat sich dabei bei der Bibliothek: Dort mussten die Jalousien ersetzt werden, da das Holz – trotz des jährlichen Unterhalts – morsch geworden war. Es kam aber auch unangenehmer und schlimmer: So verursachten diverse Extremregenfälle in den Kanalisationen Rückstau, sodass Keller überflutet wurden. Bei der Hundshütte Lätten stürzte während eines Sturms ein Baum um und fiel auf ein Aussencheminée, im Familiengarten Vogelau kam es zu einem Cheminéebrand im Gartenhaus und in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli wurde bei einem Einbruch ins Hallen- und Freibad Fondli ein Sachschaden von rund 30'000 Franken verursacht.

Positiv fällt hingegen im Geschäftsbericht der Rückblick auf das dreitägige Stadtfest aus: Dieses sei ein Erfolg gewesen, heisst es unter anderem im Stadtmarketing-Abschnitt. Und auch die Stadtpolizei hebt den Grossanlass im insgesamt intensiven und spannenden Jahr 2018 als Höhepunkt hervor. Am Grossanlass musste sie aber auch 15 Mal ausrücken – meist handelte es sich um Lärmklagen. Damit das Stadtfest klappte, war unter anderem auch der Strassenunterhalt während zwölf Tagen dauerhaft im Einsatz, um unter anderem Material und Signalisationen für die Umleitungen anzuliefern, wie es im Geschäftsbericht heisst.

Vier Tonnen Pommes frites

2018 war aber nicht nur das Jahr des trockenen Sommers und des Stadtfestes, wie der Geschäftsbericht weiter zeigt. Es war auch sonst viel los in Dietikon. So hielt der Stadtrat 43 Sitzungen ab. Bei 22 Sitzungen tagte er vollzählig. Die längste Sitzung dauerte 4 Stunden und 15 Minuten, als es um eine Aussprache zum Budget 2019 ging. Die kürzeste – die Beantwortung dreier Vorstösse und die Festsetzung der Abstimmungstermine – konnte bereits nach 30 Minuten beendet werden.

Wie dem detaillierten Geschäftsbericht weiter zu entnehmen ist, rückte die Stützpunktfeuerwehr insgesamt 183 Mal aus (Vorjahr: 179). Die Zahl der Trauungen im Zivilstandskreis ging von 387 auf 347 zurück, wobei die Paare nur fünf Mal den Ledignamen der Frau als Familiennamen wählten. Die Stadtpolizei und die beiden beauftragten Unternehmen verteilten zudem im Weiteren insgesamt 12'850 Parkbussen (plus 514), das Fundbüro nahm 286 verlorene Gegenstände entgegen (plus 129), auf der Stadtverwaltung waren 500 E-Mail-Postfächer aktiv (minus 1) und das Freibadrestaurant verkaufte 3,9 Tonnen Pommes frites (plus 0,7 Tonnen). Auch hier machte sich der Hitzesommer bemerkbar.

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