Arbeiten im Kloster
Leiterin für Traditionsbetrieb gesucht

Viele der Ordensfrauen, die im Nähatelier des Klosters Fahr arbeiten, sind über das Pensionsalter hinaus. Die Tradition der Herstellung von Messgewändern soll dennoch fortgesetzt werden.

Sandro Zimmerli
Merken
Drucken
Teilen
Weltoffen

Weltoffen

azNetz

Messgewänder, Altartücher oder Ministrantengewänder - Textilien für die liturgischen Feiern anzufertigen, ist im Kloster Fahr seit Jahrhunderten Tradition. Die Messgewänder des Klosters Fahr werden unter anderem in New York, Argentinien und Peru getragen. Den Benediktinerinnen im Fahr ist es ein grosses Anliegen, ihr Handwerk zu erhalten und an nächste Generationen weiterzuvermitteln.

Aus diesem Grunde wird eine externe Fachfrau als Werkstattleiterin gesucht, wie das Kloster mitteilt. Die textile Werkstatt mit sechs Handwebstühlen und dem Nähatelier sei, so das Kloster weiter, der grösste innerklösterliche Betrieb der Benediktinerinnen und eine wichtige Einnahmequelle für die Gemeinschaft.

Elf Personen, darunter neun Ordensfrauen, seien in der einen oder anderen Form mit den Paramenten - so nennt man die Fertigung von Textilien für liturgische Feiern - beschäftigt. Da die meisten Ordensfrauen in der Webstube und im Nähatelier weit über das Pensionsalter hinaus seien, suche man auf dem Inserateweg eine externe, gut ausgebildete Fachfrau als Leiterin der Paramentenwerkstatt.

Ausschliesslich Naturprodukte

Dort wurde bis in die Fünfzigerjahre von Hand gestickt. Mit der Handweberei habe im Jahr 1953 die Neuzeit Einzug gehalten, so das Kloster weiter. Kordeln und Quasten aus Seide und Gold seien nicht mehr gefragt gewesen.

Im Verlaufe der letzten Jahre habe dann sowohl bezüglich Webtechnik als auch Stoff- und Modellgestaltung ein eigentlicher «Fahrer-Stil» entwickelt werden können. Die Kollektion zeichne sich durch klare, kräftige Farben und zeitlose geometrische Muster aus. Sie sei klassisch-modern, edel und doch einfach.

Es würden ausschliesslich Naturprodukte verwendet - zu drei Vierteln reine Seide und zu einem Viertel Wolle. Vom Faden bis zum fertigen Gewand werde im Kloster Fahr alles von Hand gefertigt.
Verkauft werden die Textilien in die ganze Welt: Zu den Kunden würden unter anderem auch eine New Yorker Stadtpfarrei sowie Klöster in Argentinien und Peru gehören.