Volksschule

Lehrkräfte sollen ein «normales» Mitarbeitergespräch erhalten

Ob eine Lehrerin oder ein Lehrer den Job gut macht, wird heute mit Hilfe zweier Massnahmen ermittelt. (Themenbild)

Ob eine Lehrerin oder ein Lehrer den Job gut macht, wird heute mit Hilfe zweier Massnahmen ermittelt. (Themenbild)

Zürcher Lehrerinnen und Lehrer sollen ein jährliches Mitarbeitergespräch erhalten - wie Angestellte in der Privatwirtschaft. Der Kantonsrat hat am Montag eine entsprechende Motion von EVP, SP und GLP überwiesen. Bei der Regierung stösst das Anliegen auf offene Ohren.

Ob eine Lehrerin oder ein Lehrer den Job gut macht, wird heute mit Hilfe zweier Massnahmen ermittelt: Zum einen gibt es jährliche Zielvereinbarungen mit der Schulleitung, zum anderen alle vier Jahre eine lohnwirksame Mitarbeiterbeurteilung, bei der auch die Schulpflege involviert ist.

Um diese lohnwirksame Mitarbeiterbeurteilung werde ein Riesen-Tamtam gemacht, begründete Christoph Ziegler (GLP, Elgg) den Vorstoss. Der Output der Übung sei allerdings bescheiden. «Das taugt nicht viel als Führungsinstrument», sagte der Sekundarschullehrer weiter. Es sei längst überfällig, dass das durch ein «normales» Mitarbeitergespräch ersetzt werde.

SVP und Grüne dagegen

Dagegen waren SVP und Grüne, die für einmal einer Meinung waren. Beide wollen die Beurteilung durch die Schulpflegen beibehalten. «Viele Meinungen sind besser als die eines einzigen Schulleiters», sagte Karin Fehr (Grüne, Uster). Zudem seien Mitarbeitergespräche nicht über jeden Zweifel erhaben. Viele Unternehmen würden heute nach neuen Möglichkeiten suchen.

Die SVP wiederum hat Angst ums Milizsystem. Wenn Schulleiter Mitarbeiterbeurteilungen machen würden, werde das Milizsystem mit den Schulpflegen geschwächt, sagte Matthias Hauser (Hüntwangen), auch er Lehrer. Sein Parteikollege Hans-Peter Amrein (Küsnacht) fürchtete hingegen vermehrt Konflikte zwischen Schulleitung und unzufriedenen Lehrpersonen.

Die ungewöhnliche Allianz von SVP und Grünen konnte sich gegen die anderen Parteien allerdings nicht durchsetzen. Der Vorstoss wurde schliesslich mit 102 zu 67 Stimmen überwiesen.

Mitarbeitergespräche für Lehrer einzuführen, wäre ganz im Sinne der Regierung. Die romantische Betrachtungsweise des Milizsystems in Ehren, aber die Gemeinden würden ja nicht mehr genügend Schulpfleger finden, weil das Amt so aufwändig sei, sagte Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP). Die Schulleitungen bei der Personalführung zu stärken, gehe deshalb in die richtige Richtung. (sda)

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