Der Gemeinderat und Schulleiter, Beat Rüst (Grüne) will, dass das Schulhaus Kalktarren in zwei Schuleinheiten mit eigener Schulleitung aufgeteilt wird. Vor Kurzem lancierte er mit 17 Mitunterzeichnenden ein entsprechendes Postulat an den Stadtrat.

Nun stellt sich Stefan Achermann, Oberstufenlehrer im Kalktarren und Stadtrat in Bremgarten AG, in einem Leserbrief gegen die organisatorische Teilung der Schuleinheit.

Im Gegensatz zu Rüst erachte er es als sinnvoll, dass im «Chalchi» mit Beatrice Nicolet eine einzelne Schulleiterin die Verantwortung für den gesamten Schulbetrieb trage, schreibt Achermann.

Als Lehrer, der in diesem System arbeite, werte er es positiv, dass im Schulhaus Kalktarren die Lehrer aller Schulstufen in einem Schulhaus wirkten, dass sie «eine gemeinsame Problemwelt» hätten und eine verantwortliche Leitung mit Monika Deplazes, «der «besten Schulsekretärin der Welt» als Stellvertretung.

Rüst schrieb in seinem Postulatstext, dass der Schulbetrieb im Kalktarren mit 35 Klassen zu gross sei, für eine einzige Schulleiterstelle. Mitarbeitergespräche, -beurteilungen oder die Unterstützung der Lehrpersonen bei schwierigen Elterngesprächen sei kaum zu schaffen.

Unterstützung reicht aus

Dieser Ansicht widerspricht Achermann: «70 bis 80 Prozent des Lehrkörpers hatten ihre Mitarbeitergespräche bereits, obwohl noch nicht einmal die Hälfte des Schuljahres vorbei ist.» Er selbst habe immer ein offenes Ohr bei Nicolet gefunden, wenn er auf Probleme gestossen sei.

Auch organisatorisch sieht Achermann im bestehenden System einen Vorteil: «Zwei Schulleitungen würden nur einen aufgeblasenen Administrationsapparat bedeuten, bei dem die Zuteilung der Zuständigkeiten nicht immer ganz einfach wäre.»

Schulleiterin Beatrice Nicolet erklärt, dass sie nicht das gesamte Arbeitspensum für die ursprünglichen zwei Schulleiterstellen alleine bewältige: «Meine Assistentin, Monika Deplazes, übernimmt die gesamte administrative Führung der Schule. Ich bin zuständig für die Personalführung.»

Im System mit zwei Schulleiterinnen sei es im Gegensatz zu heute öfter zu Doppelspurigkeiten gekommen. Der Schulbetrieb funktioniere im Schulhaus Kalktarren auch deshalb gut, weil die Lehrer in die Verantwortung eingebunden würden, und sie die «Verantwortlichkeit für die Schüler nicht einem Schulleiter abgeben», sagt Achermann.

Lehrerteams leiten sich selbst

So bestehen im Kalktarren seit fünf Jahren für alle Schulstufen pädagogische Lehrerteams, die sich selbst leiten, und ihre pädagogischen Anliegen bearbeiten. Darüber hinaus sind die Organisation der Stundenpläne, alle Belange betreffend des Programms Quims und die Wahlfachorganisation aus dem Schulleiterpensum ausgelagert.

Laut Rüst spricht gegen eine kombinierte Schule mit einem Kindergarten und zwei Schulstufen auch, dass das Konstrukt nicht in die übrige Schlieremer Schullandschaft passe.

Achermann entgegnet, dass mit dem geplanten Schulhaus Schlieren West bald wieder ein Schulhaus entstehe, in dem alle Stufenzüge unter einem Dach unterrichtet würden. Wie die Leitung dort organisiert werde, müsse erst abgewartet werden.

Er sehe keinen Grund dafür, ein einzelnes Schulhaus unter mehreren Schulleitungen zu organisieren: «Eine Trennung macht nur Sinn, wenn auch die Schulhäuser getrennt sind», so Achermann.