Limmattal
Lange Nachtschichten für schöne Eisschichten

Weiningen hat sein eigenes Eisfeld, die Dietiker müssen sich mit Schlittschuhlaufen aber noch gedulden. So ist beispielsweise das Eis auf dem Marmoriweiher noch viel zu dünn.

Katja Landolt
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Kälte im Limmattal
10 Bilder
Verschneite, umgedrehte Festbankgarnituren
Möwen in der Reppisch in Dietikon
Ob die Möwen kalte Bäuche haben
Den Marmoriweiher in Dietikon überzieht eine Eisschicht
Hauswart Clemente Jacomella hat beim Primarschulhaus Schlüechti in Weinigen ein Eisfeld präpariert
Das vereiste Limmattufer unterhalb von Oetwil
Der vereiste Egelsee bei Bergdietikon
Die Stallungen des Klosters Fahr
Die Weininger Primarschüler geniessen ihr Eisfeld vor der Schulhaustüre

Kälte im Limmattal

Das Eisfeld auf dem Pausenplatz hat manche Stunde Schlaf gefordert: Seit Dienstagabend haben Eismeister Clemente Jacomella und seine Helfer die Fläche – 25 mal 25 Meter – mit Wasser bespritzt; alle zwei Stunden eine Stunde lang, die ganze Nacht über. «Man muss es ausnutzen, wenn es schon mal so kalt ist», sagt Jacomella, seit 15 Jahren Hausmeister des Schulhauses Schlüechti in Weiningen. Seit Sonntag ist das Feld fertig.

Es ist der elfte Winter, in dem der Bündner den Weiningern ein Eisfeld beschert. «Ich bin damit aufgewachsen», sagt Jacomella. Als Schulbub habe er geholfen, Eisfelder zu machen. Und insgesamt hat er als Eishockeyspieler 25 Jahre auf dem Eis verbracht.

Kälte macht leichtes Spiel

Diesmal sei es wegen der frostigen Temperaturen ein leichtes Spiel gewesen, das Eisfeld zu machen, so Jacomella. Selbst jetzt, kurz nach Mittag, zeigt die Anzeige an der Turnhallenwand minus 12 Grad an. «Letztes Jahr beispielsweise haben wir vier Anläufe gestartet, und jedes Mal ist es wieder zu warm geworden», sagt Jacomella und schaut den Schulkindern zu, die die Zeit zwischen Mittagessen und Schulbeginn für einen kurzen Rutsch übers Eis nutzen.

Wer keine Schlittschuhe dabeihat, schlittert auf einer kleinen Eisfläche nebenan direkt neben dem Feld herum. Die Kinder lachen und quietschen vor Vergnügen. Das ist Musik in Jacomellas Ohren, stolz, wie er ist. Das hier, sagt er, «das ist das schönste Eisfeld, das ich jemals gemacht habe. Das schönste und einfachste.»

Eine perfekte Eisbahn abgeben würde auch der zugefrorene Marmoriweiher in Dietikon. Doch der stabile Schein trügt – Lorenz Fränzl, Leiter Werkhof, warnt davor, einen Fuss auf die Eisfläche zu setzen: «Noch ist es viel zu gefährlich»; die Eisdecke ist zu dünn und würde nicht tragen.» Am Mittwoch sind Bohrungen geplant, bei denen nicht nur die Dicke gemessen, sondern auch der Aufbau der Eisdecke geprüft wird.

Fränzl zeigt sich vorsichtig optimistisch: «Wenn es weiter so kalt bleibt, könnte es sein, dass wir den Marmoriweiher gegen Ende Woche freigeben können.»

Kälteschäden werden sich erst noch zeigen

Grossen Schaden habe die Kälte in Dietikon bisher noch nicht angerichtet, so Fränzl. «Ob die Strassenbeläge stellenweise abgeplatzt sind, wird sich erst zeigen, wenn Schnee und Salz weg sind.»

Ungemütlich wurde es jedoch für die Anwohner der Bergstrasse in Dietikon: Gestern und vorgestern kam es bei der gleichen Wasserleitung zu zwei Rohrbrüchen; die beiden Schadstellen lagen nur rund 60 Meter auseinander. Die Haushalte waren mehrere Stunden ohne Wasser. Laut Werkmeister Harry Grossenbacher seien diese Schäden aber nicht auf die Kälte, sondern auf die Korrosion zurückzuführen: «Die Rohre liegen an der Bergstrasse in einer Tiefe von rund 2,20 Metern.» Gefroren sei derzeit aber nur die oberste Bodenschicht von 20 Zentimetern.

«Zu Kälteschäden wird es erst kommen, wenn der Boden wieder auftaut.» Zu einem Rohrbruch kam es gestern auch an der Spreitenbacherstrasse, ebenfalls in Dietikon.

Eisfeld-Eröffnungsfeier Samstag,
11. Februar, beim Schulhaus Schlüechti, Weiningen, ab 10 Uhr