Dietikon

Lancierung von dietikerin.net: «Es ist an der Zeit, dass Frauen unsere Stadt gleichermassen mitprägen»

Bettina Wolfgramm, Muriel Pestalozzi und Kathrin Kuster, (v.l.) vor dem Studio Dietikon. Es fehlt Catherine Stocker.

Bettina Wolfgramm, Muriel Pestalozzi und Kathrin Kuster, (v.l.) vor dem Studio Dietikon. Es fehlt Catherine Stocker.

Kathrin Kuster, Muriel Pestalozzi, Catherine Stocker und Bettina Wolfgramm haben die Gruppe «Dietikerin.net» gegründet, um die Mitsprache von Frauen in der Stadt zu fördern.

Als sich Esther Tonini (SP) Mitte 2018 aus der Dietiker Exekutive verabschiedete, verloren die Frauen ihre einzige Vertreterin im Stadtrat. Kathrin Kuster, Muriel Pestalozzi, Catherine Stocker, und Bettina Wolfgramm bewog dieser Umstand dazu, die Internet-Plattform «Dietikerin.net» zu gründen. «Wir wollen damit Dietikerinnen dazu motivieren, sich zu vernetzen und sich wenn schon nicht im Stadtrat, dann zumindest in einer anderen Form in der Stadt einzubringen», sagt Mitinitiantin Catherine Stocker. Auch 50 Jahre nach Einführung des Stimm- und Wahlrechts für alle seien Frauen in der Politik untervertreten — auch in Dietikon.

Hemmschwellen abbauen

«Es ist an der Zeit, dass Frauen unsere Stadt gleichermassen mitprägen. Ein Stadtrat und ein Parlament, denen nur oder grossmehrheitlich Männer angehören, repräsentieren unsere Bevölkerung zu wenig», finden die Gründerinnen von «Dietikerin.net». Der Austausch durch die Plattform und durch Anlässe soll Einwohnerinnen bereichern und Hemmschwellen abbauen. «Man kann sich gegenseitig Tipps geben. Je mehr Frauen mitmachen, motivieren, mittragen und stützen, desto eher finden sich Frauen, die gewillt sind, unsere Stadt mitzuprägen», sagt Stocker.

Die kürzlich aufgeschaltete Website bietet nützliche Informationen und Links zum Thema, wie sich Frauen untereinander kurzschalten können. Informiert wird aber auch über aktuelle Veranstaltungen und Aktionen. Der erste Anlass steht bereits vor der Türe. «Am 9. Mai laden wir die weibliche Bevölkerung ins Studio Dietikon beim alten Bauamt ein. Die Veranstaltung dreht sich um Stadtentwicklung aus Frauensicht», erklärt Stocker. Dazu haben die Initiantinnen Landschaftsarchitektin Gudrun Hoppe eingeladen. Sie referiert über das Thema «Chancen und Stellenwert von Freiräumen und Erholungsgebieten». «Die Stadtentwicklung ist mit dem neu eröffneten Studio Dietikon besonders aktuell. Deshalb widmen wir unseren ersten Anlass diesem Punkt. Am nächsten Event können aber ganz andere Fragestellungen im Vordergrund stehen», sagt Stocker. Im Anschluss an das Referat findet eine offene Diskussion statt.

Am Anlass mit dabei werden auch Mitarbeitende des Basler Büros Denkstatt sein, das im Auftrag der Stadt den Stadtentwicklungsdialog vorantreibt. «Unsere Inputs können so in den Stadtentwicklungsprozess einbezogen werden», sagt Stocker. Schliesslich hätten Frauen andere Bedürfnisse als Männer. So spielten beispielsweise kurze Wege eine wichtige Rolle. «Noch immer bewegen sich viele Frauen mehr am Wohnort. Für ihren Alltag ist es daher zentral, dass Schulen, Betreuungseinrichtungen, Altersheime oder Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe liegen.»

Stocker ist gespannt auf den ersten Anlass. «Wir hoffen, dass ganz viele Dietiker Frauen vorbeikommen. Männer schicken wir natürlich nicht fort, aber grundsätzlich richtet sich die Veranstaltung an das weibliche Geschlecht.» Im September wollen die Initiantinnen den nächsten Event organisieren. Wo und zu welchem Thema ist noch unklar. «Wir sind offen für Ideen und Feedbacks», sagt Stocker. Wer auf dem neusten Stand bleiben möchte, könne auf www.dietikerin.net den Newsletter abonnieren. «Darin machen wir auch auf künftige Veranstaltungen aufmerksam.»

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Autor

Sibylle Egloff

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