Aesch
Kürbisse in allen Farben und Formen verstecken sich wie Ostereier

Das nasskalte Wetter im Frühjahr und im Juli hat den Kürbissen auf dem Feld der Bauernfamilie Stalder in Aesch zugesetzt. Anstelle der Grösse eines Medizinballes haben sie nur Fussballgrösse.

Katja Landolt
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Die Kürbisse auf Monika Stalders Hof sind zwar reif aber klein

Die Kürbisse auf Monika Stalders Hof sind zwar reif aber klein

KSO

Kleines Kürbis-Lexikon

Der Kürbis stammt ursprünglich aus Lateinamerika, wird seit dem 16. Jahrhundert aber weltweit angebaut. Inzwischen existieren weltweit über tausend verschiedene Kürbissorten, rund 700 werden in der Schweiz angebaut.
Kürbisse (lat. Cucurbita) werden in fünf Arten unterteilt: Riesenkürbis (Cucurbita maxima), Feigenblatt-Kürbis (Cucurbita ficifolia), Ayote (Cucurbita argyrosperma), Moschus-Kürbis (Cucurbita moschata) und Garten-Kürbis (Cucurbita pepo). Zur Letzteren gehören auch Zucchini und Patissons. Kürbisse gehören botanisch zu den Panzerbeeren und variieren stark in Form, Grösse und Farbe. Ausserdem sind sie in Speise- und Zierkürbisse unterteilt. (KSC)

Reif sind sie wohl. Aber klein, zu klein. Das nasskalte Wetter im Frühjahr und im Juli hat den Kürbissen zugesetzt, mögen sie doch am liebsten warme Tage. Ernteten Markus und Monika Stalder in den Vorjahren noch 15 bis 20 Kilogramm schwere Brocken in der Grösse von Medizinbällen, sind die grössten Kürbisse in diesem Jahr höchstens fussballgross. Da haben selbst die Hitzetage im August die Gewächse nicht mehr feiss gemacht. «Was im Frühling verpasst wurde, können die Pflanzen nicht mehr nachholen», sagt Monika Stalder und zuckt mit den Schultern.

1500 Setzlinge gezogen

Auf dem 20 Are grossen Feld wachsen die unterschiedlichsten Sorten. Zierkürbisse und Speisekürbisse, mal klein wie Ping-Pong-Bälle, mal in der Form eines Schwanenhalses, mal glatt und in glühendem Orange, mal runzlig und vernarbt und grün gesprenkelt.

Kürbisse gibt es in diversen Farben und Formen

Kürbisse gibt es in diversen Farben und Formen

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Monika Stalder hält einen pickligen Kürbis hoch: «Der ist doch so hässlich, dass er schon wieder schön ist», sagt sie und lacht dann. «Es ist schon unglaublich, was die Natur alles zustande bringt. Das ist ein Phänomen.»

Doch nicht nur die Grösse, auch die Anzahl und die Vielfalt der Kürbisse fallen in diesem Jahr mager aus. Rund 300 verschiedene Sorten haben Stalders gepflanzt; erst in Töpfchen im Treibhaus herangezogen, dann die 1500 Setzlinge ins offene Feld gesetzt. «Viele der Blüten wurden aber gar nicht erst befruchtet», sagt Monika Stalder. Wegen des schlechten Wetters seien auch weniger Insekten geflogen.

Seestern oder Kürbis?

Seestern oder Kürbis?

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Nach dem Ernten werden die Kürbisse gewaschen und in die Scheune gebracht. Dort werden sie sortiert, nach Speise- oder Zierkürbissen. Bei der riesigen Bandbreite an Kürbissen ist es gerade für Laien nicht immer einfach, zwischen den beiden Kategorien zu unterscheiden. «Zierkürbisse sind bitter, die sollte man auf keinen Fall essen.» Wer ihn trotzdem hinunterwürgt, wird das mit zünftigem Durchfall büssen - denn Zierkürbisse sind giftig. «Tödlich sind sie aber auf keinen Fall.»

Für mehr als bloss für Suppen

Am Wochenende sollen die Kürbisse verkauft werden, Stalders laden zum Herbstfest ein. Doch die Gäste sollen die Gewächse nicht nur kaufen, sondern auch essen. Monika Stalder bereitet die nächsten Tage nicht nur Suppe, sondern auch Kürbisspätzli, Kürbisgratin und Kürbisrösti vor. Dazu gibt es Kaninchenragout, Bratwürste und Hohrückenbraten. «Wir wollen zeigen, dass man aus Kürbis etwas anderes machen kann als bloss Suppe.» Und Monika Stalder verspricht: «Auch wenn die Ernte dieses Jahr eher mager ausgefallen ist: Wir haben noch immer genug Kürbisse für alle.»

Kürbisfest am 8. und 9. September auf dem Bauernhof Eggweid in Aesch www.stalder-hof.ch