Handball
Konfuses Dietikon-Urdorf verliert gegen Wetzikon

Der HCDU vergibt die grosse Chance, sich etwas Luft zu verschaffen im Abstiegskampf der 1. Liga. Nach einer ansprechenden ersten Halbzeit entgleitet ihm das Match gegen Wetzikon vollends. Stümperhafte Fehler führen zur 27:29-Niederlage.

Raphael Biermayr
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Das 26:25 für die Gäste fällt durch die Freiwurfmauer.

Das 26:25 für die Gäste fällt durch die Freiwurfmauer.

bier

Irgendwann wurde es Karsten Hackel zu bunt. «Luzi! Jetzt konzentriere dich endlich!», schrie er über das Feld. Der Adressat brauchte diese Worte nicht. Er wusste selbst, dass er einen schwachen Abend einzog.

Die Leistung von Luzi Tiefenauer war ein Indikator für die Leistung der gesamten Teams des HC Dietikon-Urdorf im Match gegen Wetzikon. In der ersten Halbzeit war auf den Rückraumschützen Verlass. Mit vier Treffern trug er zur Pausenführung bei.

Die fiel mit einem Treffer Unterschied (15:14) allerdings mager aus. Die Wetziker waren in der Verteidigung oft nicht schnell genug und hatten in Fabian Schwendemann einen fahrigen Torhüter auf ihrer Seite, der höchstens durch stilfremde Abwehversuche wie Hechtsprünge auffiel.

Trotzdem spielte Schwendemann durch und zeigte in der 53. Minute seine einzige grosse Parade, mit der er für sein Team den Grundstein zum 29:27-Erfolg legte.

Luzi Tiefenauers Formkurve zeigte hingegen extrem nach unten. Mit vier einfachen Ballverlusten in der Schlussphase stand er im Fokus der Kritik. Robin Gerber, der frühere HCDU-Trainer, der kurz vor Saisonbeginn wieder in Wetzikon anheuerte, sah in Tiefenauers Fehlern «den Grund für unseren Sieg».

Dass Tiefenauers Aussetzer derart zu Buche schlugen, spricht auch für die extreme Abhängigkeit des HCDU von Einzelspielern in diesem Spiel. Denn es mangelte vornehmlich in der ersten Halbzeit an Tempo.

Wenn es mal schnell ging, waren die Versuche fast ausnahmslos von Erfolg gekrönt. Wie bei zwei schönen Anspielen von Torhüter Josip Katicic auf Fabian Lohner. Aber das waren Ausnahmen in einem ansonsten von Stückwerk geprägten, manchmal konfusen Angriffsspiel.

Auf Topskorer Daniel Imhof lag naturgemäss ein besonderes Augenmerk der Deckung. Er warf nur drei Tore und damit die Hälfte des Werts, den der erfolgreichste HCDU-Torschütze erreichte. Der hiess Luzi Tiefenauer.

Die Limmattaler verpassten damit die grosse Chance, sich etwas Luft im Abstiegskampf zu verschaffen - und sind gleich auf Platz 11 zurückgefallen. Der Rückstand auf Platz 5 beträgt allerdings lediglich drei Zähler.