Dietikon/Geroldswil/Weiningen
Knatsch um Vermessung der A1: Firma will Projektleiter schlechter bezahlen als Lehrlinge

Weil Stundenansätze für Vermessungsarbeiter vor Gericht gelandet sind, liegt die Planung für die Sanierung der Autobahn A1 zwischen Dietikon und dem Limmattaler Kreuz vorläufig auf Eis.

David Egger
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Die Autobahn A1 soll zwischen dem Anschluss Dietikon und dem Limmattaler Kreuz saniert werden. Im Bild: Geroldswil.

Die Autobahn A1 soll zwischen dem Anschluss Dietikon und dem Limmattaler Kreuz saniert werden. Im Bild: Geroldswil.

Sandra Ardizzone

Das Bundesamt für Strassen (Astra) plant, die Autobahn A1 zwischen dem Anschluss Dietikon und dem Limmattaler Kreuz instand zu stellen. Zum einen braucht es eine zweite Lärmsanierung, zum anderen müssen unter anderem die Strasse, Betriebs- und Sicherheitsanlagen und Brücken saniert werden. Obwohl sich das Projekt noch in einer frühen Planungsphase befindet, ist es schon Juristenfutter.

Im April 2017 hatte das Astra einen Auftrag für die Vermessung des Projektabschnitts ausgeschrieben. Im August 2017 gab das Astra den Zuschlag an die Basler und Hofmann AG aus Zürich. Der Preis: 364'690 Franken. Doch die günstigste Mitbewerberin – sie wurde vom Ausschreibungsverfahren ausgeschlossen – wehrt sich gegen diese Zuschlagsverfügung des Astra und verlangte zudem, dass ihre Beschwerde dagegen aufschiebende Wirkung hat. Mit Erfolg: Im September 2017 wurde das Astra superprovisorisch verpflichtet, den Auftrag auf Eis zu legen, um kein Präjudiz zu schaffen.

Lehrlinge verdienen mehr als Projektleiter

Die beschwerdeführende Firma war ausgeschlossen worden, weil sie eine Preiskalkulation verwendet hatte, in der das Astra die Gefahr erheblicher Mehrkosten sah. Konkret geht es um eine Excel-Tabelle mit den Stundenansätzen. Die Beschwerdeführerin plante für Projektleiter und ihre Stellvertreter tiefere Honoraransätze ein als für Lehrlinge im dritten und vierten Lehrjahr.

Das Astra fand das ungewöhnlich. Die Beschwerdeführerin beruft sich darauf, dass in der Auftragsausschreibung nicht stand, dass es nicht so sein dürfe. Das Bundesverwaltungsgericht hat nun in einem noch nicht rechtskräftigen Zwischenentscheid vom 28. März 2018 der Beschwerde die aufschiebende Wirkung definitiv gewährt. Bis das Gericht auch inhaltlich über die Beschwerde entschieden haben wird, gibt es keine Vermessungsarbeiten.