Und dann wurde es plötzlich nochmals spannend: Der Urdorfer Pavao Zeko hatte nach einer Ecke den Ball aus der zweiten Reihe aufs Tor gedroschen und war damit prompt erfolgreich. Es stand nur noch 1:2 in der Nachholpartie gegen Tabellenführer Lachen/Altendorf. Und dem FC Urdorf blieb da noch eine ganze Viertelstunde zu spielen.

Nun warfen die Urdorfer alles nach vorne. Trainer Gianni Musumeci wechselte noch Stürmer für einen Verteidiger ein; Ivica Cokolic kam aufs Feld. Mit drei Angreifern versuchten die Limmattaler nun, den Ausgleich zu erzwingen. Doch die Gäste liessen nur noch wenig zu und verwalteten den Vorsprung bis zum Schlusspfiff.

Es lag ein Punkt drin

Dabei wäre zumindest ein Punkt durchaus verdient gewesen für die Urdorfer. In der ersten Halbzeit hatten sie die besseren Chancen und verpassten das Führungstor nur knapp: Velisav Stevovics Freistoss landete an der Latte statt im Tornetz. Und auch beim ersten Gegentreffer in der Nachspielzeit der ersten Hälfte agierten die Limmattaler etwas unglücklich: Torhüter Sven Gammel hatte einen Schuss von Jerome Baumann eigentlich pariert, doch der Ball rutschte durch und kullerte ins Netz. «Wir kriegen immer in der ersten Halbzeit ein Gegentor», sagte Musumeci.

Beim zweiten Gegentor durch Fatmir Gojani nach einer knappen halben Stunde in der zweiten Hälfte war Gammel zwar machtlos. Doch auch dieser Ball hätte nicht zwangsläufig im Netz landen müssen. Gojani kam durch Zufall in Schussposition, da der Ball nach einem Freistoss abgefälscht worden war.

Viel Pech also für die Limmattaler gegen den Leader. «Daher kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen», so Musumeci. «Wir haben viel Aufwand betrieben, aber wenig Ertrag dafür bekommen. Trotzdem: Wir können stolz auf unsere Leistung sein.»

Einsprache gegen die Sperre

Mit der Niederlage konnte Musumeci also umgehen. Was ihn aber immer noch ärgert, sind die Ereignisse rund um die Partie gegen Seefeld vor rund einem Monat. Bei der 0:5-Niederlage wurde Musumeci nachträglich gesperrt und zwar gleich bis Mitte Juni. Damit darf er seiner Mannschaft weder während der Spiele noch während des Trainings Anweisungen geben und ist zum Zuschauen verdammt. Laut Schiedsrichterrapport soll er den Unparteiischen schwer beleidigt und sogar berührt haben. «Ich habe ihm gesagt, er sei seiner Aufgabe nicht gewachsen, und dazu stehe ich», so Musumeci. «Aber das, was im Rapport steht, stimmt nicht. Ich fühle mich wie ein Schwerverbrecher.»

Deswegen habe man auch Einsprache gegen die Sperre erhoben, womit Musumeci bis zu einem definitiven Entscheid seitens Fussballverbands sein Team weiterhin coachen und trainieren darf. «Man stelle sich vor: Ludovic Magnin, der Trainer des FC Zürich, wird wegen einer Beleidigung für drei Spiele gesperrt», so der 38-Jährige. «Und ich soll gleich zwei Monate aussetzen und das nicht nur bei den Partien, sondern auch beim Trainingsbetrieb? Da appelliere ich an die Vernunft des Fussballverbandes.»

Musumeci hofft nun, dass die Sperre zumindest reduziert wird und er die Schlussphase der Meisterschaft von der Trainerbank aus miterleben kann. Schliesslich geht es für sein Team noch um etwas. «Wir wollen noch unter die ersten vier kommen», sagte er. Dazu müssten die siebtplatzierten Limmattaler mindestens sieben Punkte aufholen. Und dazu bräuchten die Urdorfer, die seit fünf Spielen nicht mehr gewinnen konnten, endlich wieder mal einen Sieg. «Das wäre so wichtig für die Moral», so Musumeci.