Unterengstringen

Klassischer Höhepunkt bei Kerzenschein

Simon Nádasi an der Orgel und Kirill Variash am Viloncello (hinten) boten den Anwesenden Musik auf höchstem Niveau. Foto: MMO

Simon Nádasi an der Orgel und Kirill Variash am Viloncello (hinten) boten den Anwesenden Musik auf höchstem Niveau. Foto: MMO

Ein Musikgenuss höchster Güte wurde im Orgelsurium geboten. Simon Nádasi bewies seine Virtuosität an der Orgel genau so wie der aus Moskau eingeflogene Kirill Variash am Violoncello. Die Anwesenden waren begeistert.

Im Orgelsurium in Unterengstringen, beim zweitletzten Konzert in diesem Jahr, stand für einmal die klassische Musik im Mittelpunkt. Der Dietiker Simon Nádasi bewies seine Virtuosität auf der Orgel genau so wie der extra aus Moskau eingeflogene Kirill Variash am Violoncello. Die vielen Zuhörerinnen und Zuhörer im fast ausverkauften Orgelmuseum waren begeistert, obwohl dieses Konzert in dieser Besetzung für beide Musiker eine Premiere war.

Auch kulinarisch wurden die Gäste mit Lamm- oder Rinderfilet aufs Höchste verwöhnt. «Wir bereiten alles selber zu, darauf sind wir schon ein wenig stolz», sagt Jackie Rubi vom Orgelsurium. Der musikalische Gaumen wurde anschliessend mit Werken von Johann Sebastian Bach oder Louis Vierne und zu guter Letzt mit dem eigenwilligen, als Einzelgänger bekannten Komponisten Gabriel Fauré verwöhnt. «Es war ein grossartiges Konzert mit sehr viel Tiefgang. Es beruhigt und man kann wunderbar abschalten», sagt Hildegard Maier aus Altstetten, die im bekannten
«St.Peter und Paul»-Chor in Zürich singt.

Präzision gefragt

«Eine elektronische Orgel verzeiht keine Fehler. Da hört man bei der kleinsten Berührung einer danebenliegenden Taste», sagt Simon Nádasi. Der 32-jährige Limmattaler, der schon als Vierjähriger mit Klavier spielen begann, hetzt zurzeit von Konzert zu Konzert. «Letzte Woche spielte ich in Schleswig-Hohlstein und erst am Montag bin ich aus München angereist», so Nádasi.

Auch Kirill Variash, der in Moskau beim bekannten Ensemble «La Force de la Music» mitspielt, flog extra für dieses Konzert in die Schweiz. «Ich konnte mich nur eine Woche auf diesen Auftritt vorbereiten. Das ist zwar sehr kurz, aber auch eine grosse Herausforderung», sagt der 39-jährige Saitenmeister.

Auch IT-Experte Denis Immoos, der gerade seinen Umzug von Amsterdam ins Baselbiet organisiert, war von den Klassikklängen angetan. «Zu Werken von Bach kann ich hervorragend programmieren. Es hilft mir enorm bei der Konzentration», erklärte Immoos.

Viel Herzblut

Im Orgelsurium von Jackie Rubi stecken und stehen viele Erinnerungen, von denen sich die Inhaberin nicht trennen möchte. Deshalb ist Rubi schon ein wenig stolz, dass sie von jeder je gebauten «Hammond»-Orgel ein noch voll funktionstüchtiges Exemplar besitzt. Das sind heute immerhin dreissig Exemplare. «Dieses Museum ist entstanden, weil die ehemaligen Besitzer diese Instrumente gegen eine neue Orgel eingetauscht haben», erklärt Rubi weiter. Eines Tages stellte sich dann für Rubi die Frage, wohin mit all diesen antiquierten Instrumenten? «Für ein
1.-August-Feuer waren sie mir dann doch zu schade», schmunzelt Rubi.

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