Die Schule Urdorf hat mit Irmgard Struchen (CVP) eine neue Präsidentin. Die Schulfinanzvorsteherin wurde gestern mit 709 Stimmen gewählt. Dies bei einer Wahlbeteiligung von knapp 18 Prozent. Schulliegenschaftenvorsteher René Eberle (SVP) erhielt 98 Stimmen und Musikschulvorsteher Markus Fuchs (SP) erreichte 93 Stimmen. 66 Stimmen gingen an Vereinzelte.

Damit geht Struchen klar als Siegerin aus dem Wahlkampf hervor. Dieser Ausgang schien aber bereits Mitte März besiegelt. Da die drei Kandidierenden nach dem ersten Wahlgang am 4. März das absolute Mehr nicht erreichten, wurde ein zweiter Wahlgang notwendig. Struchen erzielte damals trotz verpasstem absoluten Mehr mit 658 Stimmen das beste Resultat und distanzierte ihre Kontrahenten um mehr als 200 Stimmen. Für Eberle und Fuchs ein zu grosser Abstand. Beide verzichteten auf eine erneute Kandidatur.

«So, jetzt habt ihr mich», sagte Struchen gestern am Wahlapéro der CVP im Restaurant Steinerhof. Die neu gewählte Schulpräsidentin ist froh, dass der Wahlkampf nun ein Ende nimmt: «Auch wenn das Ergebnis absehbar war, stand ich bis heute im Ungewissen.» Sie danke allen, die sie in dieser Zeit unterstützt hätten. Und nicht nur denen: «Ich bin allen dankbar, die abgestimmt haben und so an den politischen Prozessen in Urdorf partizipiert haben», sagte Struchen. Sie wünsche sich, dass sich noch mehr Urdorfer politisch einbringen und an Abstimmungen teilnehmen. «Wir brauchen überall Leute und vor allem junge.»

«Es wartet viel Arbeit auf mich»

Struchen wird im Juli das Amt von Stefan Zehnder (parteilos), der die Schulpflege Urdorf 16 Jahre lang präsidierte, übernehmen. Sie freue sich auf ihre neue Aufgabe, habe aber auch Respekt davor. «Es wartet viel Arbeit auf mich.» Als Finanzvorsteherin habe sie vorwiegend mit Vertretern der Gemeindebehörden gearbeitet. «Jetzt muss ich einen anderen Hut anziehen und die Interessen von Lehrerschaft, Schulleitung und Eltern zusammenführen.» Sie zähle auf gegenseitigen Respekt und freue sich auf eine gute Zusammenarbeit. Mit dem freiwilligen Ausscheiden von Stefan Zehnder aus der Schulpflege gehe eine Epoche zu Ende. «Mit mir wird sicherlich eine andere Kultur einziehen.»

Zehnder erschien am Wahlapéro, um seiner Nachfolgerin und langjährigen Kollegin zu gratulieren. Er gehe davon aus, dass sie gute Arbeit leisten werde. «Es ist manchmal ein einsamer Job. Ich hoffe, dass sie wie ich auf die Unterstützung der Schulpflegemitglieder zählen kann», sagte Zehnder.

Neue Leute finden

Vor allem wünsche er ihr gutes Gelingen bei der Neuzusammenstellung der Schulleitungen und -verwaltungen. «Langjährige Mitarbeiter werden bald in den Ruhestand treten. Es wird eine Herausforderung werden, gute Leute zu finden.»

Die CVP Urdorf zeigte sich hoch erfreut vom Resultat. «Ich habe nicht damit gerechnet, dass Irmgard im zweiten Wahlgang so viele Stimmen holt. Sogar noch mehr als beim Ersten und dies bei halbierter Stimmbeteiligung», sagte der Urdorfer CVP-Parteipräsident Marc Joye. Es sei für die CVP als Kleinpartei eine Ehre, die Präsidentin zu stellen. Joye ist sich sicher: «Von Irmgard ist eine sachliche Führung zu erwarten. Sie ist eine Frau der leisen Töne und wird mit ihren Taten überzeugen.»