Dietikon
Kinder setzen Schweizer Geschichte mit urchigen Klängen neu um

Zwei Alphörner füllen den Raum mit urchigen Klängen. Eine Gitarre spielt das harmonische Gerüst und knapp 20 Kinder und Jugendliche wuseln auf der Bühne herum. Im Singsaal des Schulhauses Steinmürli herrscht ein fröhliches Durcheinander.

Andrea heller
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Das Theaterstück «Schweiz-Suisse-Svizzera-Schoggola» thematisiert das Schweizer-Sein. HEL

Das Theaterstück «Schweiz-Suisse-Svizzera-Schoggola» thematisiert das Schweizer-Sein. HEL

Zwei Alphörner füllen den Raum mit urchigen Klängen. Eine Gitarre spielt das harmonische Gerüst und knapp 20 Kinder und Jugendliche wuseln auf der Bühne herum. Im Singsaal des Schulhauses Steinmürli herrscht ein fröhliches Durcheinander.

Das bunte Treiben hat einen Grund: Die Kinder proben ein Theaterstück, das sie dann im Rahmen des Freilufttheatertags Dietikon aufführen werden. Das Stück «Schweiz-Suisse-Svizzera-Schoggola» wurde von den beiden Theaterschaffenden Heidi Christen und Stefan Baier entwickelt und die beiden übernehmen auch gleich selbst die Regie.

Bedeutung der Identität

Die Geschichte des Stücks dreht sich um das Thema Schweiz beziehungsweise Schweizer-Sein. Es gehe um die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität, sagt Christen. «Wir möchten die Kinder dazu animieren, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, was ihnen ihre eigene kulturelle Identität bedeutet», so Baier. Das Thema beschäftige die Kinder. Gerade weil in Dietikon viele Kulturen zusammenlebten, sei das Thema relevant. «In erster Linie sind wir Weltenbürger», so Christen.

Eine reine Schweizerin

Die Hauptfigur im Stück, ein junges Mädchen namens Melanie Kaiser-Stauffacher, gibt vor, eine echte Schweizerin zu sein. Sie prahlt damit, direkt von Werner Stauffacher, einem der Urväter der Schweiz, abzustammen. Dass ein Elternteil aus Österreich stammt, und sie somit keine «reinrassige» Schweizerin ist, verschweigt sie wohlweislich.

In das Bühnenwerk werden immer wieder Elemente der Schweizer Geschichte eingeflochten. So stellen drei von Kindern gespielte Statuen die Schweizer Gründerväter Werner Stauffacher, Walter Fürst und Arnold von Melchtal dar. Nicht zuletzt spielt im Stück auch die Schokolade als typisch schweizerisches Produkt eine Rolle.

Die mitwirkenden Kinder geben den Elementen der Schweizer Geschichte einen modernen Anstrich. Eine Darstellerin, die eine Lehrerin spielt, stellt die drei Schweizer Gründerväter dann auch mit folgenden Worten vor: «Das ist der Stauffacher mit seinen zwei Schweizer Kollegen.» Ein anderer Jungschauspieler begrüsst Arnold von Melchtal mit den Worten «Hey Melchi, wie gehts?»

Besonderes Talent

Die jugendliche Sprache ist nicht der einzige Einfluss der Kinder auf das Stück. «Jedes Kind hat ein Talent oder eine besondere Stärke», sagt Christen. «Als wir nach den Frühlingsferien mit der Probenarbeit begonnen haben, hatten wir nur eine Art Gerüst des Stücks. Nachdem wir die Kinder besser kannten, bauten wir ihre individuellen Rollen in das Stück ein.»

Bereits zum 15. Mal inszenieren die beiden Theaterschaffenden ein Kindertheater. Dieses Jahr wirken
18 Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 15 Jahren mit. Trotz des Altersunterschieds agieren die Kinder problemlos miteinander. «Die Kids sind grossartig. Sie unterstützen sich gegenseitig bei der Probenarbeit», sagt Baier.

Die Aufführung findet am Freilufttheatertag am Samstag, 25. August, um 14 Uhr im Stadthaus Dietikon statt.

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