Oetwil
Kerzenziehen fiel wegen Corona ins Wasser: Dafür durften Primarschüler Kerzen verzieren

Der Elternclub Mikado hat ein Projekt mit elf Schulklassen aus drei Schulhäusern auf die Beine gestellt. Fast einen Monat lang war Simone Bührer unterwegs und hat den Kindern einen Ersatz für das Kerzenziehen geboten.

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Die dritte Klasse des Primarschulhauses Letten in Oetwil durfte gestern Kerzen verzieren.
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Mit einer ausführlichen Erklärung von Organisatorin Simone Bührer startete die Lektion.
Die Kinder haben eifrig Formen ausgestochen und aufgeklebt.
Aus einer Vielzahl an Farben durften sie aussuchen.
Insgesamt elf Klassen aus den Schulhäusern Letten, Huebwies und Fahrweid haben teilgenommen.
Die Kinder hatten Freude am Verzieren.
Ganz konzentriert waren sie bei der Sache.
Das Kerzenverzieren wurde als Ersatz für das ausgefallene Kerzenziehen auf die Beine gestellt.
Die Lehrpersonen seien froh gewesen, dass die Kinder ein Weihnachtsgeschenk basteln konnten.
Simone Bührer ist begeistert von den Ergebnissen: Sogar Erstklässer hätten tolle Kerzen erstellt.
Die Kinder seien sehr kreativ an die Sache gegangen, sagt sie.

Die dritte Klasse des Primarschulhauses Letten in Oetwil durfte gestern Kerzen verzieren.

Chris Iseli

Ganz gross wurden die Augen der Drittklässler des Oetwiler Schulhauses Letten, als sie den Gruppenraum betraten. Die Klasse von Ursula Ruinatscha durfte gestern Kerzen verzieren. Viele verschiedenfarbige Wachs­platten lagen auf einem Tisch bereit für die Kinder. Der Elternclub Mikado, der in Geroldswil und Oetwil tätig ist, führte die Aktion als Ersatz für das ausgefallene Kerzenziehen im Gemeindekeller durch.

«Weil ich das Kerzenziehen nicht einfach absagen wollte, kam mir die Idee eines Kerzenverzierens», sagt Simone Bührer, seit diesem Jahr Vorstandsmitglied des Elternclubs. Die Oetwilerin ist vor allem für Bastelaktivitäten zuständig und hätte dieses Jahr zum ersten Mal die Durchführung des Kerzenziehens übernehmen sollen.

Bührer hat mit elf Schulklassen seit Mitte November Kerzen verziert. Gestern Montag war die letzte an der Reihe. «Ich habe dem Schulhaus Letten, dem Schulhaus Huebwies in Geroldswil und dem Schulhaus Fahrweid Flyer meiner Idee ­geschickt, worauf sich interessierte Lehrpersonen melden konnten», sagt sie. So sei das erste Kerzenverzieren zustande gekommen.

Die Schulkinder sind konzentriert bei der Sache

Ein sorgfältiges Erklären sei wichtig, damit das Verzieren ­danach nicht chaotisch werde, sagt Bührer. Aus dem gleichen Grund ist auch nur eine der ­beiden Halbklassen gleichzeitig an­wesend. Voll konzentriert stanzen die Kinder mit Guetzli-­Förmchen Figuren aus den Wachsplatten aus und kleben sie auf ihre Kerzen. Im Raum ist es teilweise ganz still.

Besonders begeistert sind die Schülerinnen und Schüler von Stiften, die es ermöglichen, mit flüssigem Wachs auf die Kerzen zu schreiben. Das sollten sie aber erst ganz am Schluss des Verzierens tun, weil der flüssige Wachs noch eine Stunde trocknen muss. «Das Kerzenverzieren ist ­genauso lässig wie das ­Kerzenziehen», meint eine Schülerin. «Es ist einmal etwas anderes.»

Auch Bührer, die selber ­Primarlehrerin ist, freut sich über den Anklang, den das ­Kerzenverzieren findet: «Alle Kinder hatten Freude am ­Projekt, von den Kindergärtnern bis zu den Sechstklässlern»,
sagt sie. Sie sei überrascht ­gewesen, wie schön sogar ­Erstklässler ihre Kerzen verziert haben. Auch die Lehrpersonen seien froh gewesen, dass der ­Elternclub mit den Klassen ­etwas gemacht habe, das die Kinder zum Beispiel an die ­Eltern verschenken können.

Der Elternclub musste viele Anlässe absagen

«Das Kerzenverzieren hat mir selber auch viel Spass gemacht», sagt Bührer. «Es war interessant zu sehen, mit wie viel Freude und Kreativität die Kinder die Aufgabe angegangen sind.» ­Zudem sei es schön gewesen, so viele Lehrerinnen und Lehrer kennenzulernen.

Weil der Elternclub viele ­Anlässe wegen Corona absagen musste, so zum Beispiel das ­Adventsbasteln, das seit drei Jahren in Bührers Aufgabenbereich fällt, sei sie froh, doch noch etwas durchgeführt zu haben.

Wegen des grossen frei­willigen Aufwandes soll das ­Kerzenverzieren mit den Schulklassen ein Ersatzprogramm bleiben: «Wenn nächstes Jahr das Kerzenziehen hoffentlich wieder stattfinden kann, wird es aber vielleicht die Möglichkeit eines integrierten Kerzen­verzierens im Gemeindekeller geben», sagt Bührer.