Wer weniger lange laufen möchte, nimmt eine Abkürzung – eine gängige Praxis, um Zeit und Aufwand zu sparen. Genau dies tun die Fussgänger auch in Schlieren auf dem Rasen zwischen dem Stadthaus und dem Stürmeierhuus. Über die Jahre hinweg ist auf der Rasenfläche so ein Trampelpfad entstanden, der «unschön» und «wie ein brauner Strich» in der Landschaft liegt, wie SP-Gemeinderat Robert Horber in einer kleinen Anfrage an den Stadtrat schreibt.

Konkret wollte Horber in seiner Anfrage vom 6. Januar 2017 von der Stadt wissen, ob der entstandene Trampelpfad, der kein offizieller Wegs ist, nicht in einen richtigen schmalen Fussweg mit stabilem Untergrund umgewandelt werden könne. Die Antwort vom Stadtrat war in dieser Hinsicht nicht nur verneinend, sondern kam erst über ein Jahr später.

Der Stadtrat schreibt in seiner Antwort vom 19. Februar 2018, dass der Trampelpfad in der Tat «unschön» sei. Aktuell sehe man jedoch keinen akuten Handlungsbedarf.

Umwandlung aus Kostengründen ohne Sinn

Der Stadtrat begründet dies einerseits damit, dass die Tiefgarage, die unter dem Trampelpfad liegt, nicht sanierungsbedürftig ist. Dies habe eine Zustandsanalyse ergeben, die eigens wegen Horbers Anfrage in Auftrag gegeben wurde. Somit könne auf Arbeiten an der Oberfläche vorerst ebenfalls verzichtet werden. Zudem erledige sich das Problem des unschönen Weges voraussichtlich sowieso mit der bevorstehenden Neugestaltung des Stadtparks. «In diesem Zusammenhang ist auch die Fläche über der Tiefgarage zu überdenken», schreibt der Stadtrat. Wie dieser Bereich zwischen dem Stadthaus und dem Stürmeierhuus einst genau aussehen werde, sei jedoch noch offen.

Für die Stadt ergebe es daher aus Kostengründen keinen Sinn, den Trampelpfad in einen festen Weg umzuwandeln, bevor die Gestaltung der betreffenden Fläche für den Stadtpark nicht abschliessend klar sei. Werde das Wegnetz mit dem neu gestalteten Stadtpark ergänzt, sprich der Pfad in einen Weg umgewandelt, würde jedoch ein adäquater Ausbau des Pfads in Betracht gezogen.