Squash

Keine Titelverteidigung: Für den Serienmeister aus Schlieren ist die Saison gelaufen

John Williams und Vitis Schlieren werden ihren Schweizermeistertitel diese Saison nicht verteidigen können.

John Williams und Vitis Schlieren werden ihren Schweizermeistertitel diese Saison nicht verteidigen können.

Vitis Schlieren wird die Playoffs verpassen. Der Frust hält sich beim Titelverteidiger allerdings in Grenzen. Schliesslich betonte man schon im Herbst, dass es darum gehe, den Abstieg zu verhindern.

Vier Runden vor Ende der regulären Saison in der Nationalliga A werden die Spieler von Vitis Schlieren nochmals gefordert werden. Die Schlieremer Squasher treten gegen Sihltal an, dem Tabellenvierten. In der Hinrunde gewannen die Sihltaler mit 4:0. Für das Rückspiel sind sie favorisiert.

Nicht zuletzt auch deswegen, weil die Saison für die Schlieremer praktisch gelaufen ist. Sie stehen auf Rang 8 in der Tabelle, haben 16 Punkte und damit zehn Zähler Rückstand auf Sihltal und den vierten Platz, der zur Teilnahme an den Playoffs berechtigt. Diese werden sie verpassen, nachdem sie zuletzt zweimal in Folge Schweizer Meister geworden sind. «Nein, enttäuscht bin ich deswegen nicht», sagt Sportchef John Williams. «Die Playoffs waren auch nicht unser Ziel.» Im vergangenen Herbst war er noch deutlicher geworden: Es gehe darum, den Abstieg zu verhindern.

Ein amtierender Schweizer Meister, der gegen den Abstieg kämpft? Das klingt seltsam, ist aber aufgrund der Umstände bei Vitis Schlieren nachvollziehbar. Die Limmattaler waren in dieser Spielzeit dezimiert, auch wegen der gesundheitlichen Probleme von Williams. Der ehemalige Weltmeister ist seit seiner Reizdarmerkrankung vor drei Jahren handicapiert. «In der vergangenen Saison habe ich trotzdem gespielt», sagt Williams. Der Lohn dafür waren die Playoffqualifikation und der spätere Titelgewinn. Doch Williams musste für seinen Einsatz Tribut zollen. «Ich habe in dieser Saison gemerkt, dass mein Körper nicht mehr mitmacht», sagt er. «Das ist für mich sehr enttäuschend.»

Seine körperliche Verfassung zwang Williams in dieser Spielzeit dazu, seinen Trainingsaufwand deutlich zu reduzieren. Deshalb kam er auch in der Meisterschaft nur sporadisch zum Einsatz.

Spieler im Ausland

Doch Williams’ Erkrankung ist nicht der einzige Grund für die Baisse bei Vitis. Die Schlieremer mussten auch die Abgänge ihrer beiden Spitzenspieler verkraften, des Spaniers Broja Golan und des Niederländers Sebastian Weenink. Andere Spieler sind zurzeit im Ausland. Zwar haben die Schlieremer mit dem Deutschen Valentin Rapp einen sehr starken Spieler in ihren Reihen. Der 25-Jährige ist in Deutschland soeben Vizemeister geworden. «Wir wollen Rapp gerne behalten», sagt Williams deshalb. «Doch wir brauchen auch zwei starke Schweizer, um mit der Spitze mithalten zu können.» Einer davon ist der 22-jährige Manuel Wanner, der andere wäre eben Williams, wenn er denn spielen könnte.

Doch der 45-Jährige spekuliert nicht darauf, dass er nächste Saison wieder voll einsatzfähig sein wird. «Ich werde auch älter», sagt er. Deshalb möchte er sich nach der Saison nach Verstärkungen umsehen. Einfach dürfte die Suche nicht werden. Denn im Squash bleiben die Spieler laut Williams ihrem Club emotional verbunden. «Und einem anderen Verein Spieler abspenstig machen, wollen wir nicht.» Immerhin dürften jene Spieler wieder zurückkehren, die momentan noch im Ausland weilen.

Das Ziel, den Abstieg zu verhindern, haben die Schlieremer zumindest erreicht: Sie können nicht mehr auf einen der Barrageplätze zurückfallen.

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