Unterengstringen
Keine Gegenstimme: Schulhaus-Anbau kann geplant werden

An der letzten Gemeindeversammlung der Schulpflege genehmigten die Stimmbürger die Planung für den Ausbau des Schulhauses Büel A. Zu reden gab indes die Schaffung einer Hauswartstelle.

Florian Schmitz
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Mit dem Anbau in Richtung Sportplatz wird der Gang des Schulhauses Büel A künftig zu beiden Seiten über Räume verfügen.

Mit dem Anbau in Richtung Sportplatz wird der Gang des Schulhauses Büel A künftig zu beiden Seiten über Räume verfügen.

Leo Eiholzer

Es war ein spezieller Moment und wurde entsprechend gewürdigt. «Mir ist heute fast ein wenig historisch zu Mute», sagte Marcel Blum (SVP), Finanzvorsteher der Primarschulpflege, gleich zu Beginn der letzten Gemeindeversammlung der Primarschule Unterengstringen. Die seit 1923 unabhängig organisierte Primarschulpflege geht nächstes Jahr in einer Einheitsgemeinde auf. Die Versammlung endete für die Schule mit einer erfreulichen Note: Der Planungskredit von 275'000 Franken für den Ausbau des Schulhauses Büel A wurde von den 103 anwesenden Stimmbürgern mit grosser Mehrheit und ohne Gegenstimme angenommen.

Damit kann die konkrete Planung des Erweiterungsbaus in Angriff genommen werden. Bis März 2018 soll sie abgeschlossen sein; nach einer vorberatenden Gemeindeversammlung soll der Baukredit noch im ersten Halbjahr zur Abstimmung vorgelegt werden. Kosten wird der Neubau inklusive des Planungskredits voraussichtlich 4,5 Millionen Franken.

Dass der Bedarf nach mehr Schulraum unbestritten ist, zeigte die Diskussion am Donnerstagabend im Gemeindesaal. Obwohl diese sich eine gute dreiviertel Stunde hinzog, drehten sich die einzigen kritischen Voten von Stimmbürgern um Umsetzungsdetails, ohne das Projekt grundsätzlich infrage zu stellen. Ein Bürger stellte den Antrag, dass bei der Planung ein lokaler Architekt zum Einsatz kommen soll. Man könne leider nicht immer auf lokale Architekten setzen, antwortete Blum. Zudem verfüge der ausgewählte Architekt über viel Erfahrung in der Schulraumplanung. Der Antrag wurde von den Stimmberechtigten abgelehnt.

Angst um zu wenig Freizeiträume

Eine Bürgerin sorgte sich, dass Freizeiträume bei der Planung nicht genügend berücksichtigt würden und der zunehmende Schulraum Freizeitanlagen und Räume für Spielgruppen verdrängen könnte. Die Situation für Freizeitaktivitäten sei in Unterengstringen viel schlechter als in umliegenden Gemeinden, beklagte sie. Blum und Schulpflegepräsident Beat Fries (parteilos) sicherten ihr zu, man nehme ihre Sorge ernst. Dank der Flexibilität des Neubaus werde man auch die Bedürfnisse für Freizeiträume und weitere Angebote berücksichtigen.

«Mir ist heute fast ein wenig historisch zumute.»

Marcel Blum, Finanzvorsteher der Schulpflege

Doch die Bewohnerin war damit nicht zufrieden und wiederholte ihre Kritik gleich mehrmals und mit zunehmend erhitztem Gemüt. Gut klingende Lippenbekenntnisse habe sie in der Vergangenheit schon oft gehört, doch passiert sei nichts. Deshalb wolle sie jetzt Taten sehen und bereits direkt vor Ort konkret über Angebote diskutieren. Trotz festgefahrener Standpunkte stimmte die Frau letztlich für den Kredit – und Blum bedankte sich bei ihr für das ausgedrückte Vertrauen. Die Vorlage wurde ohne Gegenstimme mit 89 Ja-Stimmen und 12 Enthaltungen gutgeheissen.

Neben dem Planungskredit bewilligten die Stimmbürger drei Abrechnungen, die alle den Kredit unterschritten, einstimmig: Die Beschaffung von Informations- und Kommunikationstechnologien, Schulzimmeraustattungen und die Sanierung des Spielplatzes der Schul- und Freizeitanlage Büel.

Erstmals gemeinsames Budget

Auch Marcel Balmer (SVP), Finanzvorsteher der politischen Gemeinde, benutzte den Ausdruck historisch bei seiner Einführung in das Budget 2018. Erstmals befanden die Stimmbürger über einen Kostenvoranschlag, der Schule und Politik umfasst. Der Gemeinderat rechnet bei einem Aufwand von 20,47 Millionen mit einem Plus von 370'000 Franken. Der Steuerfuss bleibt bei 84 Prozent, soll in einigen Jahren aber wieder gesenkt werden. Zusammen mit der Oberstufenschule Weiningen liegt der Gesamtsteuerfuss also weiterhin bei 100 Prozent.

Das Budget wurde ohne Gegenstimme angenommen. Ebenfalls diskussionslos und ohne Gegenstimme genehmigte die Versammlung die neue Gebührenverordnung und zwei Projektkredite für den mit Weiningen geplanten Neubau des Wasserreservoirs Gubrist.

Hauswartstelle gab zu reden

Zu reden gab das einzige Geschäft, bei dem die Rechnungsprüfungskommission sich gegen den Gemeinderat stellte: Die Schaffung einer Hauswartstelle mit 100-Prozent-Pensum und einer 50-Prozent-Stelle in der Einwohnerkontrolle und Kanzlei. RPK-Präsident Ricardo Zimmermann kritisierte, dass die Hauswartstelle bereits im vergangenen Jahr geschaffen wurde. «Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt», obwohl die Schaffung neuer Stellen in der Kompetenz der Gemeindeversammlung liege, sagte er.

Gemeindepräsident René Rey (FDP) räumte auf Nachfrage ein, dass der Gemeinderat seine Kompetenzen überschritten habe. Mit der Inbetriebnahme des neuen Gemeindehauses sei die zusätzliche Stelle aber dringend notwendig gewesen. Das sah auch eine Mehrheit der Stimmbürger so, die das Geschäft mit 61 zu 30 Stimmen annahmen.