Die Situation sei besonders nachts prekär, hiess es vonseiten der Passanten, die Ende 2017 mit FDP-Gemeinderat Dominic Schläpfer ins Gespräch kamen. Er verteilte mit Parteikollegen auf der Wiesenstrasse unweit des Aufgangs der SBB-Personenunterführung West Flyer. Vis-à-vis dem Vitis-Sportcenter ist der Fussgängerbereich seit längerem mit einer schraffierten Fläche am Boden signalisiert. Gelb-schwarze Poller sollen für zusätzliche Sicherheit sorgen. «Doch fehlt eine Strassenbeleuchtung, welche die Fussgänger für die Autofahrer sichtbar macht und generell das Sicherheitsgefühl steigert», sagt Schläpfer. «Um diesen Passanten zu zeigen, dass sich solche Missstände rasch beheben lassen, reichte ich eine kleine Anfrage ein.»

Das Problem sei, dass nur mit grossem Aufwand eine beschränkte Verbesserung erzielt werden könne. In etwa so lautet die Quintessenz aus der stadträtlichen Antwort, die diese Woche veröffentlicht wurde. Es wird darauf verwiesen, dass die Verkehrssituation an dieser Lage eine spezielle ist. So planen Kanton und private Landbesitzer gemeinsam mit der Stadt Schlieren eine Veloschnellroute. Zudem soll ein neuer Fussgängerbereich entstehen und das Vitis-Sportcenter abgebrochen und durch einen Neubau im Rahmen des Gestaltungsplangebietes Geistlich ersetzt werden.

Einbahn-Regime wurde geprüft

Die Stadt habe die Lage bereits mehrere Male intern und extern begutachtet, schreibt der Stadtrat weiter. Nicht zuletzt weil die Situation tatsächlich Mängel aufweise und objektiv nicht als «gut», sondern vielmehr als «genügend» bewertet werden könne.

So zog der Stadtrat in Betracht, diesen Abschnitt der Wiesenstrasse aus Sicherheitsgründen in eine Einbahnstrasse umzuwandeln. Doch: «Die Strasse verläuft über weite Strecken geradlinig und parallel zur Bahnlinie. In Kombination mit einem Einbahnregime verführt dies zu schnellem Fahren – egal in welche Richtung», schreibt der Stadtrat.

Auch überlegte man, die Wiesenstrasse in diesem Bereich unter das Regime «Zubringerdienst gestattet» zu stellen. Nebst dem, dass dies mit grossem Aufwand verbunden und schlecht kontrollierbar wäre, lasse es sich auch schlecht mit dem Kundenverkehr des Vitis-Sportzentrums vereinen.

Schläpfer nicht zufrieden

Weiter wurde eine Trennung der Wiesenstrasse in zwei separate Äste geprüft. Eine Massnahme, mithilfe derer der eher unerhebliche Schleichverkehr hätte eingedämmt werden können. «Nötig gewesen wären jedoch entsprechende Wendemöglichkeiten», schreibt der Stadtrat.

Mit dieser Antwort ist Schläpfer nicht zufrieden. So kann er zwar verstehen, dass man keine baulichen Massnahmen vollbringen will, in Anbetracht der anstehenden Bauarbeiten auf dem Geistlich-Areal und an der Velo-Schnellroute. «Doch dürfte das Aufstellen von ein paar Kandelabern kein derart grosser Aufwand sein. Denn es geht hier um die Sicherheit der Einwohner des neuen Quartiers», sagt er.

Postulat ist eine Option

Die Stadt schreibt in ihrer Antwort, dass die unbeleuchtete Strecke nicht übermässig lang sei. «Zudem sind Anfangs- und Endpunkt beleuchtet und von den SBB-Gleisen und vom Vitis- Center hat es ein gewisses Restlicht», so die Stadt.

Von Passanten, die Schläpfer auf den unsicheren Streckenabschnitt aufmerksam machten, erhielt er im Übrigen bereits ein E-Mail. «Sie beklagen sich darüber, dass noch immer nichts geschehen ist. Ich verwies sie auf den manchmal langsamen demokratischen Prozess. Bis zum kommenden Winter, wenn die Nacht wieder länger und das Problem somit akuter ist, sollte aber eine Lösung gefunden worden sein.» Mit seiner Fraktion will Schläpfer nun besprechen, wie es weitergeht. Er zieht bereits jetzt in Betracht, das Anliegen in Form eines Postulates erneut an den Stadtrat heranzutragen.