Leichtathletik
Kein Limmattaler Sprinterwochenende in Frauenfeld

Amaru Schenkel, Rolf Malcolm Fongué, Steven Gugerli und Suganthan Somasundaram haben an den Schweizer Meisterschaften ihre Ziele nicht oder nur teilweise erreicht. Sind sie bereit für die Heim-EM im Letzigrund?

Raphael Biermayr
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Limmattaler an den Schweizer Leichtathletikmeisterschaften
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Langhürdler Fausto Santini (M.) verpasst die Bronzemedaille um 24 Hundertstelsekunden.
Steven Gugerli (r.) hat sich mehr erhofft
Die Dietiker Steepleläuferin Arlette Meier-Hunger (l.) holt Silber

Limmattaler an den Schweizer Leichtathletikmeisterschaften

Raphael Biermayr

Es war ihm zu heiss im nasskalten Frauenfeld. Amaru Schenkel verzichtete auf den Finallauf über 200 Meter und damit den mit Spannung erwarteten Vergleich mit Alex Wilson.

Hunger-Meier holt einzige Medaille

Die Dietiker Routinière Arlette Meier-Hunger (39) hat den Wettkampf über 3000 Meter Steeple unter nur drei Teilnehmerinnen in 10,58 auf dem zweiten Platz beendet. Der Geroldswiler Fausto Santini verpasste in einer Zeit von 53,88 Sekunden über 400 Meter Hürden die Bronzemedaille nur um 24 Hundertstelsekunden. (bier)

Der Dietiker hatte mit der Limite für die Heim-Europameisterschaften im (20,95 Sekunden) . Als er diese im Halbfinal trotz eines kraftvollen Laufs nicht erfüllte (21,24), entschied er sich zur Abreise.

«Bei diesen Witterungsverhältnissen ist mir das Verletzungsrisiko zu gross», erklärte der 26-Jährige. Er kann die verpasste Limite locker verschmerzen. Einerseits hatte er immer ein angespanntes Verhältnis zur halben Bahnrunde, die ihm wegen seiner körperlichen Voraussetzungen eigentlich eher entsprechend würden.

Seine Präferenz ist trotzdem seit jeher der 100-Meter-Lauf. Über diese Distanz wird er an den Heim-Europameisterschaften im Letzigrund sowohl als Einzelathlet als aller Voraussicht nach auch mit der Staffel eine Startgelegenheit erhalten.

Somasundarams Schmerz

Der Unterengstringer Suganthan Somasundaram verzichtete derweil ganz auf einen Einsatz über 200 Meter. Eine überstanden geglaubte leichte Fussverletzung habe sich nach dem dritten Lauf über 100 Meter wieder bemerkbar gemacht.

Da beim Kurvenlauf über 200 Meter die Belastung auf den Fuss zunimmt, sei ihm das Risiko zu hoch gewesen. Der 22-Jährige hatte sich für Frauenfeld zwei Ziele gesteckt: persönliche Bestleistung über 100 Meter und die EM-Limite über die doppelte Distanz (20,95 Sekunden).

Ersteres gelang dem LC-Zürich-Läufer schon im ersten Versuch. In 10,51 Sekunden lief er vier Hundertstelsekunden schneller als Anfang Juli in La Chaux-de-Fonds. An die 200-Meter-Marke für Zürich wagt er sich möglicherweise am Meeting der letzten Chance in Jona am 2. August, einen Tag vor der Selektionsdeadline.

Somasundaram weilte gestern als Zuschauer im Thurgauer Hauptort. Er hielt hier und da ein Schwätzchen, unter anderem mit der Schweizer Rekordhalterin über 100 Meter, Mujinga Kambundji, die ihm zu seinen Wettkampfleistungen gratulierte.

Als einer der verlässlichsten, also konstantesten Läufer der Schweiz darf sich das ehemalige Mitglied des TV Engstringen durchaus noch Chancen auf eine Selektion für die Staffel ausrechnen. «Ich habe diesbezüglich ein gutes Gefühl», sagt er.

Gugerlis Frust...

Die Aussichten von Rolf Malcolm Fongué (26) und Steven Gugerli (28) auf einen Platz im sechsköpfigen Staffelteam haben sich nach dem SM-Wochenende nicht markant verbessert.

Zwar haben beide über 100 Meter die im Vorfeld angekündigte Saisonbestleistung erzielt (10,46 respektive 10,53 Sekunden), doch sie haben keinen unwiderstehlichen Eindruck hinterlassen.

Gestern trat der Urdorfer Gugerli im Gegensatz zum Dietiker Fongué auch über 200 Meter an, hatte aber auf der Zielgeraden keine Power mehr und realisierte in 22,16 Sekunden das schwächste Ergebnis der Saison.

«Ich habe mich absichtlich auf den ersten 120 Metern verausgabt und besonders in den Kurvenlauf investiert», erklärte Gugerli, der allerdings frustriert war über seine Vorstellungen über 100 Meter.

...und Zuversicht

Dennoch blickt er zuversichtlich in Richtung der Staffelselektion. «Die Verantwortlichen wissen um meine Qualitäten in der Staffel. Dort gehe ich das Ganze lockerer an und zeigte in dieser Saison konstant gute Leistungen.»