Dietikon
Kasperli muss zupacken können: Das Puppentheater "Potztuusig" startet die Saison

Morgen startet die Saison im Puppentheater "Potztuusig". Für die vorweihnachtliche Kasperligeschichte «Grittimüüs und Schoggibänz» hat Monika Schmucki ihre Puppen neu gestaltet.

Christian Tschümperlin
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Monika Schmucki mit dem Kasper und dem Samichlaus.

Monika Schmucki mit dem Kasper und dem Samichlaus.

Christian Tschümperlin

Wer das Theater «Potztuusig» in Dietikon betritt, fühlt sich in eine Märchenwelt versetzt: Nostalgische Sofas, orientalische Kissen und rote Vorhänge zieren die kleine Stube. «Die Intimität des Raumes kommt der Kleinkunst entgegen», sagt Monika Schmucki. Sie baute im Frühling 2012 zusammen mit Freunden den alten Schuppen an der Zürcherstrasse 43 zum schmucken Puppentheater um. Seither bespielt sie die Bühne alljährlich mit der vorweihnachtlichen Kasperligeschichte «Grittimüüs und Schoggibänz». Morgen startet die Saison.

"Dieses Jahr ist das Theater aktionsreicher geworden."

Monika Schmucki, Puppenspielerin

Im Stück plündern auch dieses Jahr listige Mäuse den grossen Geschenksack des Samichlauses. Dieser weiss weder ein noch aus. Doch zum Glück ist der Kasperli noch da. Schmucki und ihrer Schwester, welche die Geschichte gemeinsam zu Papier brachten, gehen die Ideen nie aus. «Das Theater ist aktionsreicher geworden», so Schmucki. Sie hat einige Puppen überholt. Ein Eichhörnchen wurde etwa von der Handpuppe zur Stabpuppe, damit es schneller griffbereit ist. Nicht grundlegend verändert in ihren Rollen haben sich die Hauptfiguren. Der Samichlaus ist als Stabfigur konzipiert, er soll mit seinem aufrechten Gang Würde ausstrahlen. Der Kasperli dagegen muss zupacken können, so wurde er zur Handfigur.

«Die Puppe muss werden»

Schmucki hat ihre Figuren detailreich und liebevoll gestaltet. Jede trägt ihren eigenen Wesenszug. Die Entstehung eines solchen Charakters ist bei Schmucki ein langer Prozess. «Die Puppe muss werden», sagt sie. Dass Schmucki in einem Nebenzimmer des Theaters an ihren Puppen herumtüfteln kann, ist für sie praktisch. So könne sie Neugestaltungen gleich auf der Bühne ausprobieren. In ihrem Atelier drängt sich ein reicher Fundus an Knöpfen, Glöckchen und Vorhangquasten dicht aneinander. Letztere verarbeitet Schmucki zu Puppenhaaren und aus Schals werden Oberteile. Vieles was sich hier stapelt, stammt aus dem Brockenhaus, das ihr als Inspirationsquelle dient.

Seit dreissig Jahren ist Schmucki nun als Puppenspielerin unterwegs, seit zwanzig Jahren macht sie es hauptberuflich. Mit dem stationären Theater erfüllte sie sich einen lange gehegten Traum. «Hier können die Kinder in eine zauberhafte Welt eintauchen», sagt Schmucki. Ein gutes Kasparli-Theater sei aber auch gesellschaftskritisch. Das mache die Kunstform für Erwachsene ebenso interessant. Und vielleicht fühle sich der eine oder andere wieder einmal an seine Kindheit erinnert.

«Grittimüüs und Schoggibänz»

Das Stück wird vom 25. bis zum 29. November und vom 1. bis zum 6. Dezember jeweils um 14.30 Uhr im Theater Potztuusig an der Zürcherstrasse 43 in Dietikon aufgeführt.