Eine Photovoltaik-Anlage würde der ausgebauten Kantonsschule Limmattal gut zu Gesicht stehen. Dieser Überzeugung ist die Urdorfer GLP-Kantonsrätin Sonja Gehrig. Sie will deshalb vom Regierungsrat wissen, ob eine oder mehrere solcher Anlagen als Teil des Erweiterungsbaus vorgesehen seien.

Gehrig bezieht sich in ihrer Anfrage auf den Jury-Bericht zum Architekturwettbewerb, der vergangenen Juli abgeschlossen wurde. Als Sieger gingen daraus die Zürcher Architekten Penzisbettini hervor. Im Bericht zu deren Projekt namens Collana heisst es, dass sich die Dachfläche für eine aufgeständerte Photovoltaik-Anlage eigne. Allerdings werde dort nicht explizit erwähnt, ob eine Solaranlage auch vorgesehen sei, so Gehrig. Und auch im Regierungsratsbeschluss von vergangenem Oktober, als ein Projektierungskredit von 4,7 Millionen Franken für den Erweiterungsbau gesprochen wurde, sei von Photovoltaik-Anlagen keine Rede.

Bau als Unterrichtsprojekt

«Berechnungen aus früheren Bauprojekten zeigten, dass Solaranlagen eigenwirtschaftlich erstellt werden können. Jüngstes Beispiel ist die Kantonsschule Büelrain in Winterthur», schreibt die Kantonsrätin. Bei den heutigen tiefen Materialkosten sei die Realisation der Photovoltaik-Anlage gleichzeitig mit der Fertigstellung des Daches mit grossen Kosteneinsparungen gegenüber einer späteren Installation verbunden. Zudem decke eine Solaranlage einen Teil des Eigenbedarfs, des für die Schule benötigten Stroms.

Der Bau einer solchen Anlage könnte laut Gehrig gleich noch in den Unterricht eingebaut werden. So habe die Kantonsschule Limmattal als eine der ersten im Kanton Zürich damit begonnen, die sogenannten Mint-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) bereits im Untergymnasium gezielt zu stärken. Deshalb will sie vom Regierungsrat auch wissen, ob er es nicht auch als Chance für die Schülerinnen und Schüler erachte, wenn sie den Bau einer eigenen Solaranlage im Sinne eines angewandten Mint-Lernprojektes aktiv begleiten und womöglich Hand bieten könnten.

An verschiedenen Schulen erfolgreich umgesetzt

Denn Schülerkooperationsprojekte beim Bau von Solaranlagen auf Dächern von Schulgebäuden seien schon an verschiedenen Schulen erfolgreich umgesetzt worden, so Gehrig – beispielsweise in der Stadt Zürich mit 3. Sekundarschülern im Schulhaus Riedtli. Dieses Anwenden von Lernen und Handeln mit Schülerinnen und Schülern könne unabhängig davon erfolgen, ob die Anlage im Eigenbau oder mit einem Contractor erstellt werden soll. Sie fragt daher, ob der Regierungsrat bereit sei, zusammen mit der Kantonsschule Limmattal und den zuständigen Planern die Idee zu prüfen, ob der Bau einer neuen Solaranlage bei den Neubauprojekten unter aktivem Einbezug der Gymnasiasten durchgeführt werden könne.

Geplant ist der Baustart für den Erweiterungsbau im Juli 2020. Die Inbetriebnahme ist im Februar 2023 vorgesehen. Das Projekt Collana sieht zwei neue Bauten vor: ein Schulgebäude, das gegenüber der Mensa zu stehen kommt und in dem Chemie, Biologie, Physik und Musik untergebracht werden. Dazu kommt das neue Aulagebäude, in dem zudem zwei Turnhallen Platz finden. Die Kosten werden mit 63,7 Millionen Franken beziffert. Darin eingerechnet ist unter anderem auch der Rückbau des Turnhallenprovisoriums «In der Luberzen 11». Grund für den Erweiterungsbau ist der prognostizierte Anstieg der Schülerzahlen von heute 750 auf 1100 im Jahr 2040.