Otelfingen
Kantonsräte fordern: Regierungsrat soll sich bei Aargauer Deponieplanung einschalten

Der Kanton Aargau will unweit der Zürcher Kantonsgrenze eine Deponie bauen. Sehr zum Missfallen vieler Einwohner der betroffenen Gemeinde Otelfingen. Zürcher Kantonsräte wollen vom Zürcher Regierungsrat nun wissen, was da genau schief lief.

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Ballon-Aktion gegen die Deponie Steindler: Die Ballone in Rot zeigen an, wie hoch der Erdboden in Zukunft liegen würde.

Ballon-Aktion gegen die Deponie Steindler: Die Ballone in Rot zeigen an, wie hoch der Erdboden in Zukunft liegen würde.

zvg

Der Kanton Aargau will das Gebiet «Steindler» in Würenlos bei Baden als Deponiestandort im Richtplan eintragen. Die geplante Deponie würde eine des Typs A. Gelagert würde dort also unverschmutztes Aushub- und Ausbruchmaterial, das nicht wiederverwertet werden kann.

Diese Deponie wäre allerdings nur 300 Meter vom nächstgelegenen Haus der Zürcher Gemeinde Otelfingen entfernt. Bereits werden in Otelfingen und in umliegenden Gemeinden Unterschriften für eine Petition gesammelt, welche die Deponie verhindern will. Die Unterschriftensammlung laufe «äusserst erfolgreich».

«Direkt vor die Tür einer Zürcher Gemeinde»

Die beiden Zürcher Kantonsräte Barbara Franzen (Niederweningen, FDP) und Christian Lucek, (Dänikon, SVP) haben nun auch noch eine Anfrage an den Zürcher Regierungsrat eingereicht, in der sie wissen wollen, was da genau schlief lief.

Es sei irritierend, wenn der Kanton Aargau plane, eine Deponie weit ab vom Aargauer Siedlungsraum einer Zürcher Gemeinde direkt vor die Tür zu setzen. Beim Bau der Limmattalbahn habe Zürich ja auch weitgehend Rücksicht auf die Aargauer Belange genommen.

Der Zürcher Regierungsrat wird nun beantworten müssen, ob der Dialog über die Kantonsgrenzen hinaus überhaupt stattgefunden hat und falls ja, was da schief lief. Zudem soll der Regierungsrat erklären, wie er sich für die betroffene Zürcher Bevölkerung und den Landschaftsschutz einsetzen will.

Die Parlamentarier sorgen sich auch, dass die Lastwagen für die Aargauer Deponie über Zürcher Gebiet fahren würden, also über das Furttal. Der Regierungsrat müsse darauf hinwirken, dass die Zufahrt - sofern die Deponie überhaupt kommt - über den Aargau erfolge.