Oberengstringen
Kann auf der Sportanlage Brunewiis ein Kunstrasen gebaut werden?

Der Oberengstringer Gemeinderat will vorwärts machen mit der Erneuerung der Sportanlage Brunewiis. Doch wenn die Schulwiese für den Bau eines Kunstrasens aufgeschüttet werden muss, will der Gemeinderat auf das Vorhaben verzichten.

Sandro Zimmerli
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Der FC Engstringen würde künftig gerne auch auf einem Kunstrasen spielen. In der Brunewiis gibt es nur einen Naturrasenplatz. Gerry Frei

Der FC Engstringen würde künftig gerne auch auf einem Kunstrasen spielen. In der Brunewiis gibt es nur einen Naturrasenplatz. Gerry Frei

Limmattaler Zeitung

Für 2012 hat der Gemeinderat bereits eine knappe Million Franken für die Erneuerung der Sportanlage Brunewiis budgetiert. Eine weitere Million Franken ist im Voranschlag 2013 vorgesehen. Über ein Sanierungsprojekt soll die Gemeindeversammlung nächsten Juni befinden.

Wackelkandidat Kunstrasen

Soweit so gut – wäre da nicht der Kanton, genauer das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel). Noch immer ist nicht geklärt, ob auf der Sportanlage ein Kunstrasenplatz gebaut werden kann. Der Gemeinderat würde im Rahmen des Sanierungsprojektes gerne ein solches Feld erstellen. Vorgesehen ist, einen Kunstrasen sowie einen Trainingsplatz – aus Naturrasen – auf dem Gebiet der Schulwiese und des Sandplatzes zu erstellen.

Im Vergleich zur heutigen Situation würden die beiden neuen Plätze um 90 Grad gedreht, sodass deren Breitseiten in Richtung der Autobahn zu liegen kommen. Der Sandplatz würde dadurch verschwinden und dem Kunstrasen weichen. Allerdings würde ein Teil des Kunstrasenplatzes in der Grundwasserschutzzone drei zu liegen kommen.

Warten auf Entscheid des Kantons

Das aber ist der heikle Punkt der Geschichte. Der Bau eines Kunstrasens am geplanten Ort ist nur unter happigen Auflagen des Awel möglich. So müsste das gesamte Gebiet um rund 1,8 Meter angehoben werden. Das entspricht ziemlich genau der Höhe, auf der sich der rote Sportplatz befindet.

Um dieses Vorhaben umzusetzen, sind rund 20 000 Kubikmeter Erde notwendig. Alleine die Anhebung würde etwa 400 000 Franken kosten. Der Gemeinderat will das nicht akzeptieren und hat deshalb das Gespräch mit dem Awel gesucht. Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen. Der Gemeinderat hofft, dass noch dieses Jahr eine Antwort des Kantons erhält. Denn nur so ist gewährleistet, dass das Projekt bis zur Gemeindeversammlung im nächsten Juni vorliegt.

Anhebung des Gebietes viel zu teuer

Der Gemeinderat ist trotz der unklaren Situation nicht untätig geblieben und beabsichtig eine andere Lösung ins Auge zu fassen, falls der Kanton nicht von seiner Forderung abrückt. «Sollte der Kanton auf der Aufschüttung beharren, verzichten wir auf einen Kunstrasen», sagt Bau- und Werkvorstand René Beck. Eine Anhebung des Gebietes sei viel zu teuer. Stattdessen würde man anstelle des Kunst- einen Naturrasen planen. «Das ist auch mit dem Unterengstringer Gemeinderat abgesprochen, der sich am Bau eines Fussballplatzes beteiligt», so Beck. Auch dort sei man der Ansicht, dass die Aufschüttung nicht infrage komme.

Unbestritten sind dagegen die anderen Projekte im Rahmen der Sportplatzsanierung. So soll der rote Sportplatz einen neuen Belag erhalten. Die Laufbahn muss wegen des geplanten Kunst- oder Naturrasens versetzt und die Linienführung der Finnenbahn angepasst werden. Zudem muss eine neue Weitsprunganlage geschaffen werden, da die Alte dem neuen Trainingsplatz weichen muss.