Im Februar hat das Unterengstringer Stimmvolk beschlossen, dass das Dorf per 1. Januar 2018 zur Einheitsgemeinde wird. Darum gehört ab diesem Datum auch der amtierende Schulpflegepräsident Beat Fries (parteilos) zum Gemeinderat. Bis 30. Juni umfasst der Gemeinderat darum zeitweilig acht statt sieben Personen. Was Fries im Februar noch nicht entschieden hatte, steht nun fest: Er will das Amt behalten und kandidiert bei den Erneuerungswahlen, um am 1. Juli die neue – bis 2022 dauernde – Legislatur zu beginnen.

Bevor er seinen Entscheid zur Kandidatur fällen konnte, musste der Trampilot mit seinem Arbeitgeber, den Verkehrsbetrieben der Stadt Zürich (VBZ), sprechen. Denn als Schulpräsident in der Einheitsgemeinde und damit gleichzeitig Gemeinderat wird er an rund doppelt so vielen Sitzungen teilnehmen müssen. «Für die VBZ geht es in Ordnung. Meine Sitzungsdaten können im Dienstplan berücksichtigt werden», sagt Fries. Auch seine Familie war mit der Kandidatur einverstanden.

Ob er selbst kandidieren will, musste Fries nicht lange überlegen. «Nach einer Legislatur ist man so richtig drin. Da wäre es schade, wieder aufzuhören. Meine Motivation ist gross. Auch aus der Schule wurde mir der Wunsch zugetragen, dass ich weitermache», sagt er, der im Mai 2014 im zweiten Wahlgang mit 304 von 709 Stimmen als Nachfolger des damaligen Schulpräsidenten Willi Meier (SVP) gewählt wurde.

Das kurze Verhältnis Fries/SVP

Die SVP – auch in Unterengstringen ist sie die stärkste Partei – macht ihm diesen Sitz nun wieder streitig, indem sie Marcel Blum, den Finanzvorsteher der Schule, kürzlich als Schulpräsident nominiert hat (die Limmattaler Zeitung berichtete). Diese Kampfwahl ist nicht nur speziell, weil es die erste Wahl in der Einheitsgemeinde ist, sondern auch, weil Fries 2014 von der SVP unterstützt wurde. Auf die Unterstützung der SVP kann er nun nicht mehr zählen, zumal diese einen eigenen Kandidaten stellt. Und die FDP hat Stimmfreigabe beschlossen, nachdem innerhalb der Partei beide Kandidaten etwa gleich gut ankamen, wie FDP-Präsidentin Regula Wirth auf Anfrage erklärt.

Bis zu den Wahlen am 15. April 2018 steht Fries neben seinem erstmaligen Einsitz in den Gemeinderat Mitte Januar noch ein weiterer historischer Moment bevor: Kommende Woche findet die letzte Sitzung der Schulpfleger im Zeitalter vor der Einheitsgemeinde statt.
Neben der Kampfwahl ums Schulpräsidium gibt es auch ums Gemeinderatspräsidium eine Kampfwahl: Der Finanzvorsteher Marcel Balmer (SVP) tritt gegen den bisherigen Gemeinderatsvizepräsidenten und Hochbauvorstand Simon Wirth (FDP) an (die Limmattaler Zeitung berichtete). Der bisherige Präsident René Rey (FDP) tritt nicht mehr an.

Muntwyler zieht Konsequenzen

Neue Entwicklungen gibt es zudem bei der Wahl der Rechnungsprüfungskommission: Doris Muntwyler (FDP), die 2018 aus Zeitgründen nicht mehr als Gemeinderätin kandidiert, wollte eigentlich neu für die Rechnungsprüfungskommission (RPK) kandidieren. Da aber ihr Mann Urs Muntwyler (FDP) neu als Gemeinderat kandidiert, verzichtet sie nun auf die RPK-Kandidatur. Juristisch wäre es zwar erlaubt, dass der Ehegatte eines RPK-Mitglieds im Gemeinderat sitzt, doch gab es in der RPK Bedenken. Auch aus dem Volk gab es Kritik.

Doch das ist nunmehr schon fast kalter Kaffee. Viel wichtiger sei, dass die FDP mit Pascal Stöckle einen anderen Kandidaten gefunden habe, sagt Doris Muntwyler. «Als Wirtschaftsprüfer ist er genau der richtige Mann für die RPK», hält sie fest. Neben Stöckle hat die FDP Christian Fitz für einen RPK-Sitz nominiert. Von den fünf bisherigen Mitgliedern tritt einzig Ricardo Zimmermann (parteilos) wieder an.