Einhausung

Kahlschlag für den grünen Schwamendinger Deckel: Neben der Autobahn klafft nun eine Lücke

In sieben Jahren soll hier ein Park entstehen.

In sieben Jahren soll hier ein Park entstehen.

Vor dem Schöneichtunnel hat sich das Stadtbild komplett verändert. Bis 2024 soll es dort grüner werden.

In Schwamendingen, dem Eingangstor zur Stadt, klafft neben der Autobahn eine riesige Lücke. Nur ein paar Bagger stehen verloren in der braunen Landschaft. Von den alten Bauten, die bis vor kurzem das Bild prägten, ist nichts mehr zu sehen.

Der Grund ist ein riesiges Bauvorhaben. Mit der sogenannten Einhausung Schwamendingen wird die Fahrbahn zwischen dem Autobahnkreuz Aubrugg und dem Schöneichtunnel auf einer Länge von 940 Metern umhüllt. Über dem vierspurigen Tunnel soll ein Grünraum entstehen, den der Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) mit dem New Yorker High-Line-Park verglich.

So soll die Einhausung dereinst aussehen.

So soll die Einhausung dereinst aussehen.

Geplant ist, den grünen Deckel des Tunnels mit Stauden und Hecken zu bepflanzen und ihn über Rampen, Treppen und Lifte für Velofahrer und Fussgänger zu erschliessen.

Autobahn bleibt befahrbar

Zurzeit laufen die Vorarbeiten. 19 Häuser sind dazu abgerissen worden. Weitere 26 Gebäude werden auf Wunsch der Eigentümer ebenfalls zurückgebaut. Ausserdem werden Bäume und Büsche entfernt, Erdreich abhumusiert und Einrichtungen für die Baustellen erstellt. Zufahrtsstrassen und Kreuzungen müssen angepasst werden, um den städtischen Verkehr möglichst störungsfrei fliessen zu lassen. Die Autobahn wird während der ganzen Bauzeit vierspurig befahrbar sein.

Auch der Tramtunnel der Linien 7 und 9 sowie die Tramstation Schörlistrasse bleiben in Betrieb. Die Vorarbeiten werden voraussichtlich Ende Mai 2019 abgeschlossen. Danach beginnen die Hauptarbeiten. Sie dauern rund fünfeinhalb Jahre. Die Einhausung erfüllt einen lange gehegten Wunsch der Quartierbevölkerung. 110'000 Autos und Lastwagen brausen täglich über den Autobahnabschnitt. Anwohner sammelten bereits 1999 über 12'000 Unterschriften und forderten weniger Lärm und Schadstoffbelastung. Auch wegen der Bereinigung von 55 Einsprachen verzögerte sich das Projekt.

Der Bau der Einhausung kommt auf 314 Millionen Franken zu stehen. Der Bund übernimmt 56 Prozent der Kosten, der Kanton Zürich 24,6 Prozent und die Stadt Zürich 19,4 Prozent. Die 125 Millionen Franken für die Sanierung des Schöneichtunnels trägt das Bundesamt für Strassen (Astra). Dieses leitet auch das Gesamtprojekt.

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