«Wechseln! Wechseln! Wechseln!», rufen die Ersatzspieler der Flying Tigers aufs Feld. Doch die Angesprochenen schauen nur kurz zur Seitenlinie und spielen weiter. Mit 0:1 liegen die Drittklässler des Schulhauses Fondli in ihrem zweiten Gruppenspiel gegen die Profi Kids zurück, und sie wollen den Rückstand unbedingt noch drehen.

Das erste Gruppenspiel des diesjährigen Schülerturniers, das der FC Dietikon am Samstag auf der Dornau organisierte, hatten die Flying Tigers noch verloren. Zwei Mädchen gehörten zum Kader des Teams. «Es ist schwer, gegen Knaben zu spielen», sagte die neunjährige Jana, die normalerweise bei den F-Juniorinnen des FC Dietikon spielt und bei den Flying Tigers in der Defensive agierte. «Ich spiele lieber gegen Mädchen.» Und auch für Kristina, ihre Kollegin in der Verteidigung, war die erste Partie nicht einfach gewesen: «Ich war total nervös.»

Für die Jungen bei den Flying Tigers war weniger die Nervosität das Problem, dafür viele andere Faktoren. «Man muss so oft wechseln», sagte Jeremih. «Ich hätte gerne mehr gespielt.» Torwart Ervis beschwerte sich derweil über die harte Gangart des Gegners. «Einer stand mir auf den Fuss», sagte er. «Aber es ist nichts passiert.» Und für Stürmer Danijal war die erste Niederlage äusserst unglücklich: «Ich dribbelte viel, wurde jedoch immer wieder in die Mangel genommen.»

Immer mehr Teams dabei

Die Flying Tigers waren eines von insgesamt 83 Teams beim Schülerturnier. Das sind ein paar mehr als noch im vergangenen Jahr, als 75 Mannschaften dabei waren. Es hätte noch Platz für mehr gehabt, aber dann hätte man den Spielplan wohl auf den Sonntag ausdehnen müssen, wie Mitorganisator Adrian Matt sagte. Dafür hat man die Anzahl Plätze erweitert: Statt wie im vergangenen Jahr auf vier wurde in diesem Jahr auf sechs verkleinerten Feldern gespielt.
Beim Schülerturnier besteht jedes Team aus bis zu sieben Spielerinnen und Spielern, alle aus der 1. bis 9. Klasse einer Limmattaler Schule. Insgesamt dürften an diesem Samstag auf der Dornau also rund 600 Kinder versammelt gewesen sein. Eine Zahl, die einen grossen logistischen Aufwand mit sich bringt. «Wir haben viele Sponsoren gewinnen können – so viele wie noch nie», sagte Pascal Stüssi vom Organisationskomitee, der zugleich Janas Vater ist. Zudem profitiere man davon, dass die Abfallentsorgung von einer Firma kostenlos übernommen werde.

Für Stüssi und seine Kollegen vom Organisationskomitee war die Hitze in diesem Jahr eine besonders grosse Herausforderung. «Die Kinder können kostenlos trinken, zudem fordern wir sie per Lautsprecher immer wieder auf, auch genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen»,
sagte Stüssi. Und auch bei der medizinischen Versorgung war
man vorbereitet: «Wir haben die Zahl der Sanitäter von zwei auf drei aufgestockt.»

Überraschungsbesuch von Yakin

Dass sich Teams wegen der angekündigten hohen Temperaturen noch abgemeldet hätten, sei nicht vorgekommen, sagte Stüssi. Im Gegenteil: «Die ersten waren bereits um halb sieben Uhr morgens auf der Anlage. Also anderthalb Stunden vor dem ersten Spiel!

Und für ihr Engagement wurden die Kinder kurz nach Mittag von einem speziellen Besucher überrascht. Ex-Nati-Spieler Hakan Yakin kam auf die Dornau. Er liess sich mit den Nachwuchskickern fotografieren und erfüllte auch Autogrammwünsche. «Das war ein tolles, unvorhersehbares Ereignis», sagte Stüssi.

Noch mehr freute sich Stüssi aber über die Tatsache, dass auch bis zum späten Nachmittag die Sanitäter wenig Arbeit hatten. «Es ist alles ruhig verlaufen», sagte er. Die befürchteten gesundheitlichen Probleme wegen der Hitze blieben also aus.

Und die Flying Tigers? Die hatten in den letzten Minuten der Partie gegen die Profi Kids noch einige gute Chancen. Die beste spielte sich Danijal heraus, als er nach einem schönen Dribbling mit einem Weitschuss nur die Latte traf. Dann war Schluss, die Tigers mussten auch in der zweiten Partie eine Niederlage hinnehmen und belegten in ihrer Gruppe am Ende den dritten Platz. Kleiner Trost: Alle Teams wurden mit Medaillen ausgezeichnet, unabhängig von ihrer Platzierung.