Theater
Jugendliche sollen mal so richtig Theater machen

Am ersten Schnupperabend für ein neues Schauspielprojekt wurde in Schlieren improvisiert, gespielt und viel gelacht.

Bettina Hamilton-Irvine
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Der Schnupperabend im Jugendtheater Schlieren

Eigentlich hätten die drei Mädchen einen Toaster darstellen sollen. In der Hitze des Gefechts stellen sie aber einen kaputten Toaster dar: Statt des Toastbrots in der Mitte hüpft das Gerät - die beiden Mädchen links und rechts, die sich an den Händen gefasst haben - auf und ab. Die ausgelöste Erheiterung ist riesig: Die Gruppe von Jugendlichen, die sich in der reformierten Kirche Schlieren im Kreis aufgestellt hat, prustet los, es wird gekichert, einige quietschen vor Vergnügen.

Der Spass ist Teil des Programms: Denn an diesem Donnerstagabend geht es darum, dass sich die Jugendlichen kennen lernen und in einer gelösten Atmosphäre erste Theaterimprovisationsübungen durchführen. So sollen sie herausfinden, ob sie Teil des Jugendtheaterprojekts werden wollen, welches zum Ziel hat, für das Schlierefäscht im September dieses Jahres eine Produktion auf die Beine zu stellen.

James Bond oder ein Kebab-Laden

Wenn der erste Schnupperabend ein Indiz für den weiteren Verlauf des Projekts ist, erwartet die Jugendlichen eine äusserst vergnügliche Erfahrung. Mit grosser Leidenschaft und unter fast konstantem Gelächter geben sie sich zuerst Frucht- und Gemüsenamen, während sie sich Bälle zuwerfen. Dann stellen sie jeweils zu dritt witzige Situationen dar: So verwandeln sie sich blitzschnell in eine Gruppe von Affen, James Bond, Opernsängerinnen, Elefanten, einen Toaster oder einen Kebab-Laden - eine Person dreht sich als Fleisch, während die anderen zwei zu Feuer und Schabwerkzeug werden. So begeistert sind die Jugendlichen, dass sie kaum eine Pause einlegen wollen: «Oh nein, machen wir zuerst noch ein anderes Spiel», rufen sie.

Die Jugendarbeiterin der reformierten Kirche, Andrea WeberGieppner, die das Projekt ins Leben gerufen hat, freut sich: «So macht das richtig Spass.» Damit die Jugendlichen ihr Theatertalent so richtig entfalten können, hat sich Weber-Gieppner, die auch ausgebildete Sängerin ist, professionelle Unterstützung geholt: Claudia Brier ist Theaterregisseurin, Barbara Ulrich-Scanzi ist Schauspielerin sowie Regisseurin und Christof Oswald von der Fachstelle Jugend bereitet als ausgebildeter Schauspieler Kinder und Jugendliche auf Filmaufnahmen vor.

«Es soll ihr Stück sein»

Bei der Entstehung des Stücks sollen dann aber die Jugendlichen federführend sein, sagt Weber-Gieppner: «Sie sollen ihr Leben darstellen. Es soll ihr Stück sein und wirklich aus ihnen bestehen.» Deshalb nehme das Team sich viel Zeit für Improvisationen und Ideen.