Bange Momente im Dietiker Stadthaus: Passt das Kunstwerk durch die Eingangstür? Man probiert es vorsichtig. Dann Erleichterung, ein paar Zentimeter bleiben über der zwei Meter hohen Plastik noch Platz. Das in der Sonne schimmernde Etwas aus Chromstahl, das zwei starke Männer an diesem Dienstag anliefern, ist das Modell der Plastik Joy des verstorbenen Künstlers Josef Staub, der 50 Jahre lang in Dietikon gelebt hat. Ab Frühjahr 2019 soll «Joy» (Englisch für Freude) auf dem Rapidplatz im Quartier Limmatfeld stehen. Das Modell, das jetzt im Foyer des Stadthauses steht, ist mit ihren zwei Metern und 150 Kilogramm im Vergleich zum Endprodukt klein. Dieses wird sechs Meter hoch und, obwohl es hohl ist, etwa zwei Tonnen schwer.

Irene Brioschi, Kulturbeauftragte der Stadt Dietikon

"Mit der Skulptur will der Stadtrat dem Rapidplatz Identität verschaffen."

Irene Brioschi, Kulturbeauftragte der Stadt Dietikon

Mit ihr will der Stadtrat dem Rapidplatz «Identität verschaffen», wie die Kulturbeauftragte der Stadt, Irene Brioschi, sagt. Schon 2012, als der Rapidplatz eröffnet wurde, wünschte man sich bei der Stadt, dass eine schöne Skulptur auf den Platz kommt. Stadtpräsident Otto Müller (FDP) suchte im Atelier von Josef Staub die Plastik Joy aus.

Fredi Staub, Sohn des verstorbenen Künstlers Josef Staub

«Die Plastik besticht durch Schwerelosigkeit, Eleganz und Dynamik.»

Fredi Staub, Sohn des verstorbenen Künstlers Josef Staub

«Die Plastik besticht durch Schwerelosigkeit, Eleganz und Dynamik», sagt Fredi Staub, der Sohn von Josef Staub. Er ist in Dietikon aufgewachsen und verwaltet das Werk seines Vaters. Gefertigt wurde die Skulptur in der Kunstschmiede von Jürg Bracher in Dietikon, wo alle Figuren von Josef Staub entstanden sind. Bracher sagt: «An Staub-Plastiken gefällt mir generell die Eleganz. Und diese Plastik ist besonders majestätisch und erhaben.»

Eigene Halle für die Skulptur

Um die grosse Plastik herzustellen, werden laut Bracher drei Personen drei Monate lang ausschliesslich an ihr arbeiten. Da seine Werkstatt zu klein sei, müsse er eine Halle mieten. Ins Auge gefasst hat er eine im Schlieremer Gaswerk.

Jürg Bracher, Erbauer der Skulptur

«An Staub-Plastiken gefällt mir generell die Eleganz. Und diese Plastik ist besonders majestätisch und erhaben.»

Jürg Bracher, Erbauer der Skulptur

Offen ist noch, wie die Plastik befestigt wird. Bracher sagt: «Am schönsten wäre es, wenn sie einfach aus dem Boden rauskommt. Aber in den Boden zu bohren, käme nicht wirklich gut heraus, weil darunter ja eine Tiefgarage ist.»

Das Modell hat die Stadt 13'000 Franken gekostet. Es war nötig, um die Statik einzuschätzen. Die fertige Skulptur kostet voraussichtlich 250'000 Franken. Davon will die Stadt voraussichtlich nur 100'000 Franken bezahlen. Für den Rest werden Gönner gesucht. Ob über den städtischen Betrag der Gemeinderat abstimmen muss, ist laut Brioschi noch unklar. Falls ja, verzögert sich die Einweihung. Auch der genaue Standort auf dem Rapidplatz ist noch nicht klar. Der favorisierte der Stadt ist auf der Visualisierung (siehe Bildstrecke) ersichtlich. Bezüglich der Gönnersuche ist man zuversichtlich. Fredi Staub sagt: «Wir haben natürlich unsere Beziehungen.»