Bisher gab es sie lediglich im 50-Zentimeter-Schrumpfformat. Jetzt ist sie den kindlichen Massen entwachsen. Mit dem Zwei-Meter-Zwischenmodell kann man sich nun bereits viel besser vorstellen, wie sich das Endmodell der Plastik «Joy» im Sechs-Meter-Gardemass einst auf dem Rapidplatz machen wird. Dort nämlich soll das Kunstwerk aus Chromstahlblech nach einem Entwurf des verstorbenen Dietiker Künstlers Josef Staub aufgestellt werden und das Quartier Limmatfeld aufwerten.

In der Dietiker Kunstschmiede von Jürg Bracher entstanden alle etwa 850 Plastiken des Künstlers. Für ein Werk der Grösse von «Joy» sei es aus handwerklichen Gründen notwendig, ein Zwischenmodell herzustellen, um Verbesserungen beim Fertigungsprozess zu ermöglichen, so Bracher. Die heikle Stelle bei «Joy» ist die Verbindung zwischen den zwei schwingenähnlichen, aufstrebenden Flügeln. «Am kleinen Modell konnten wir nicht erkennen, dass wir an dieser geknickten Stelle anders als geplant vorgehen müssen», so Bracher. Derzeit ist man in der Schmiede beim abschliessenden Schleifen der Oberflächen.

Kunstschlosser Kevin Krah aus Urdorf mit dem Zwischenmodell vor der Zusammenfügung der beiden Hälften. Innen kann man stabilisierende Streben erkennen.

Kunstschlosser Kevin Krah aus Urdorf mit dem Zwischenmodell vor der Zusammenfügung der beiden Hälften. Innen kann man stabilisierende Streben erkennen. 

Auf Sponsorensuche

Das Zwischenmodell hat Bracher im Auftrag von Stadtpräsident Otto Müller gefertigt. Die künstlerische Aufwertung des Rapidplatzes ist Müller und dem gesamten Stadtrat ein Anliegen. Bereits in seiner Rede zur Eröffnung des Platzes im Jahr 2012 schwärmte Müller von dieser Idee. Ursprünglich sollte «Joy» schon zum grossen Stadtfest 2018 stehen. Das ist zwar nicht mehr zu schaffen. Aber Müller will der Bevölkerung zumindest das Zwischenmodell präsentieren, «damit ‹Joy› schon Vorfreude auslöst». Wo die Präsentation stattfinden wird, ob auf dem Platz oder an anderer Stelle, lässt Müller offen. Bis dahin bleibt die Plastik wohl bei Bracher, der sie eventuell im Garten der Schmiede aufstellen wird.

Auf die Frage nach den nächsten Schritten meint Müller, dass im Dezember zunächst der Gemeinderat den Voranschlag beraten muss, in dem auch ein städtischer Betrag von 100'000 Franken für die Grossplastik enthalten ist. Danach müssen im neuen Jahr die Finanzierung sichergestellt und Sponsoren gesucht werden, denn die Plastik kostet wesentlich mehr. Man rechnet mit Gesamtkosten von bis zu 250'000 Franken. Erst wenn diese gedeckt seien, werde der Auftrag zur Herstellung der Grossplastik ergehen, so Müller. Das Zwischenmodell wird die Stadt rund 12 000 Franken kosten.

Der genaue Standort der Grossplastik auf dem Rapidplatz steht noch nicht fest. Müller: «Sie wird eher am Rande platziert, damit sie Veranstaltungen nicht verunmöglicht.» Die geteilten Eigentumsverhältnisse am Rapidplatz – nur eine Hälfte gehört der Stadt, die andere der Firma Rapid AG – stellten laut Müller kein Problem dar. Die Stadt sei in gutem Einvernehmen mit Rapid.