Dietikon

Jetzt singt er gegen den Krebs an: Tenor Hans Michael Sablotny gibt Benefizkonzert im Stadtkeller

«Entwickelt sich immer weiter»: Hans Michael Sablotny zeigt sein Soloprogramm nochmals in Dietikon, ehe er damit nach München geht.

«Entwickelt sich immer weiter»: Hans Michael Sablotny zeigt sein Soloprogramm nochmals in Dietikon, ehe er damit nach München geht.

Der Tenor Hans Michael Sablotny gibt im Stadtkeller ein Benefizkonzert für die Kinderkrebshilfe.

Es war im Frühjahr, als Hans Michael Sablotny im Autoradio einen Spendenaufruf zugunsten der Krebshilfe hörte und dabei in die Vergangenheit versetzt wurde. Zu Beginn der 1980er-Jahre erkrankte seine Cousine mit nur 13 Jahren an einem Rhabdomyosarkom, einem bösartigen Weichteiltumor. Der Dietiker Tenor, der damals ein Teenager war, erinnerte sich mit Schrecken daran, dass man dem Mädchen damals nur wenige Überlebenschancen einrechnete. Also fasste der Sänger noch im Auto den Plan, ein Benefizkonzert für die Kinderkrebshilfe Schweiz auf die Beine zu stellen.

«Man kann nie zu viel tun», sagt Sablotny. Denn eine Spende am Ende des Jahres könne höchstens das Gewissen beruhigen. Für das Konzert, das er am Donnerstag im Stadtkeller Dietikon geben wird, griff er auf sein erstes, vor zwei Jahren lanciertes Solo-Programm zurück. Es trägt den Titel «… aber Sie singen ja nur!» und wurde bereits im Stadtkeller und in der Kirche St. Agatha aufgeführt, jeweils mit grossem Erfolg. Jüngst spielte er es sogar in Berlin. München wird die nächste Station sein. Im Programm erzählt er von seinem Alltag als freiberuflicher Sänger, den nicht nur schöne Begebenheiten prägen, sondern eben auch skurrile Anfragen.

Unerfüllte Erwartungen

«Mein Soloprogramm entwickelt sich immer weiter», sagt Sablotny. Seit der Uraufführung erlebte der gebürtige Kölner wiederum Neues, das das Publikum gewiss amüsieren wird.
So beispielsweise die Anfrage, um an einer Beerdigung zu singen. So weit, so gut, denn an einer Beerdigung zu singen sei eine emotionale Herausforderung. Es sei wichtig, trotz der Trauer durch die Musik ein positives Gefühl bei den Trauernden zu erwecken. «Eine bestimmte Anfrage in diese Richtung war allerdings sehr skurril.» Mehr will er an dieser Stelle nicht erklären. «Im Stadtkeller werde ich es verraten.»

Rund um solche Geschichten singt Sablotny, begleitet von der Pianistin Annkatrin Isaacs, Werke und Lieder von Verdi über Hupfeld bis Queen. Ein Renner in seinem Programm ist mittlerweile die «Jukebox»: Jeder im Publikum erhält einen Zettel mit diversen Liedtiteln zum Ankreuzen. Dasjenige mit den meisten Stimmen gibt er dann zum Besten. Das Programm bietet insgesamt eine vielfältige Bandbreite an Musik und dazu eine gehörige Portion Anekdoten, die zum Lachen, aber auch zum Nachdenken anregen.

Mit der Idee für ein Benefizkonzert lief Sablotny offene Türen ein. Die Kulturkommission der Stadt Dietikon stellte ihm den Stadtkeller zur Verfügung und für die anfallenden Kosten kommen Limmattaler Sponsoren auf. Bei der Kinderkrebshilfe musste er zunächst anfragen, ob er das Konzert zu deren Gunsten offiziell abhalten könne. Jeder Franken, der nun durch die Kollekte eingenommen wird – der Eintritt ist gratis –, geht direkt an die Kinderkrebshilfe Schweiz. «Ich hoffe, es wird rascheln, und nicht klimpern», sagt er. So oder so werde es sich aber lohnen, auf den Kampf gegen Krebs hinzuweisen.

Dieser kann erfolgreich sein: Seine Cousine konnte damals die tückische Krankheit besiegen. «Ganze 16 Monate dauerte ihr erfolgreicher Kampf und sie hat sich in dieser Zeit furchtlos jeder Operation und den Behandlungen gestellt», sagt er bewundernd. Seither gilt sie als geheilt.

Autor

Daniel Diriwaechter

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