Nach rund eineinhalbjähriger Bauzeit war es am Samstag so weit: Ein Trommelwirbel ertönte und rief Elsbeth von Atzigen, Gemeinderätin und Schulpräsidentin von Oberengstringen, auf den Plan. Vor den zahlreich erschienenen Besuchern durfte sie zusammen mit dem Präsidenten des Schülerparlaments Allmend das rote Band durchschneiden, das vor dem Eingang des Schulhauses Allmend hing.


Sogleich strömten die Leute hinein und gelangten so vom alten in den neuen Teil des Schulhauses. Hier wurden sie von einem Chor aus Schülerinnen und Schülern erwartet. In Reih und Glied hatten sie vor einem Klavier Aufstellung genommen und gaben nun – man war verblüfft ob dieser Lautstärke – aus vollster Kehle ein Lied zum Besten. Darauf folgte der Auftritt zweier Solo-Talente, die sich auch von einer launischen, immer wieder mal aussetzenden Technik nicht aus der Ruhe bringen liessen. So souverän wie nur irgendein Erwachsener meisterten sie ihre Songs. Das Publikum war entzückt und musste sich im Entscheid bestätigt gefühlt haben, den Kindern von Oberengstringen mehr Raum zur Verfügung zu stellen.

Die Sanierung und Erweiterung des Schulhauses Allmend wurde im März 2015 mit einem Stimmenmehr von 70 Prozent gutgeheissen. Zuvor hatte der Unterricht aus Platzmangel zeitweise in den Korridor verlegt werden müssen. Diese Zustände gehören nun der Vergangenheit an: Dank dem grosszügigen Neubau können fünf neue Klassenzimmer sowie fünf neue Gruppenräume für den Unterricht genutzt werden.

Die Architektur ist gelungen

Dafür wurde auch in Kauf genommen, dass die Bautätigkeiten im und direkt neben dem Schulhaus eine markante Lärmbelastung zur Folge hatten. Immerhin konnten die Schülerinnen und Schüler das Entstehen der neuen Räume so hautnah mitverfolgen. Diese zeichnen sich vor allem durch ihre grossen Fenster aus, die den Raum gegen aussen öffnen. Hell und freundlich, leicht und luftig wirken sie. Dank dem vielen Holz, das neben dem Beton mitverbaut wurde, haben sie sogar eine heimelige Qualität.


Die bewilligte Kostenobergrenze von 8,2 Millionen Franken konnte eingehalten werden, wie Peter Schneider, der Architekt des Neubaus, bestätigt. In über 40 Sitzungen mit der Baukommission habe man sich immer wieder gegenseitig abgestimmt und allzu ambitionierte Ideen auf den Boden zurückgebracht, so Schneider. Keinerlei Kompromisse wurden aber in puncto Energieverbrauch eingegangen. Das Schulhaus Allmend erfüllt den Minergie-Standard und wurde vom Kanton mit einem Zertifikat ausgezeichnet.

Jetzt wieder auf den Kernauftrag fokussieren

Schulpräsidentin von Atzigen ist mit dem Neubau sehr zufrieden. «Ich hoffe, dass er vielen Generationen von Schülerinnen, Schülern und Schulschaffenden ein inspirierender Ort sein kann.» Sie sei froh, dass die Bauarbeiten nun abgeschlossen seien und sich die Schule Allmend wieder auf ihren Kernauftrag fokussieren könne: Die Jugendlichen in den letzten drei Jahren der obligatorischen Schulzeit zu begleiten und sie für ihre Zukunft zu rüsten.
Einige Schritte entfernt wurde auch das neugebaute Schulhaus Lanzrain eingeweiht. Mit dem holzverkleideten Massivbau wird die Anlage Goldschmied - Sunnerai - Halde um ein zusätzliches Schulhaus erweitert. Die Kosten dafür beliefen sich auf rund 2,8 Millionen Franken. So viel steht fest: Nach dem Abschluss dieser beiden Grossprojekte ist Oberengstringen für die Zukunft gewappnet. So schnell wird hier niemand mehr im Korridor unterrichten müssen.