Zürich

Jetzt können die Fische durch Biopools das Hönggerwehr umwandern

Die neue Fischwanderhilfe beim Hönggerwehr macht die Limmat wieder etwas naturnäher. Doch bis Lachse aus der Nordsee in den Zürichsee schwimmen können, bleibt noch einiges zu tun.

Stück für Stück werden die Limmat und ihre Nebengewässer auch für Fische wieder zum naturnahen  Lebensraum. Auf ihren Wanderungen sind vor allem Stauwehre grosse Hindernisse. Nachdem kürzlich das Dietiker Wehr einen neuen Fisch-Durchgang erhielt, gibt es jetzt auch beim Hönggerwehr einen  Durchbruch zu melden: Der Hauserkanal, der oberhalb des Wehrs Limmatwasser zur Kläranlage Werdhölzli abzweigt, wurde in den letzten Monaten zur Fischwanderhilfe umgebaut.

Statt über eine senkrechte Mauer zu stürzen, fliesst das Wasser jetzt auf Limmatniveau in den Kanal ab. Dieser ist mit Natursteinen so renaturiert, dass die Fische den Höhenunterschied gleichsam von Biopool zu Biopool schwimmend überwinden können. «Es ist kein Riesenprojekt, aber als Teil einer Gesamtentwicklung sehr wichtig», sagte Stadtrat Richard Wolff (AL) am Donnerstag bei der Einweihung. Zusammen mit Projektleiter Thomas Hauser setzte Wolff ein paar Fische im neu gestalteten Hauserkanal aus.

Lachse im Rhein sind erst bis Basel vorgedrungen

Schon seit Jahren laufen Bemühungen, die Flüsse naturnäher zu gestalten. Bis aber wieder Lachse aus der Nordsee in den Zürichsee schwimmen, dürfte es noch dauern. Zwar sind im Raum Basel zurzeit drei Lachse im Rhein unterwegs, wie Lukas Bammatter, Fischereiadjunkt des Kantons Zürich, am Rande des Medientermins beim Hönggerwehr sagte. Sie seien wohl durch Schiffsschleusen stromaufwärts geschwommen. Doch auf dem weiteren Weg zur Limmat gebe es noch ein paar Kraftwerke, die punkto Fischwanderung nicht wunschgemäss ausgestaltet seien. In der Limmat können Fische die Kraftwerke Wettingen und Dietikon mittlerweile gut passieren. Weiter flussaufwärts bleibt in Zürich aber noch einiges zu tun. So existiert beim Hönggerwehr zwar schon seit längerem eine Fischtreppe. Sie ist laut Bammatter jedoch nicht auf dem neusten Stand, sodass die Fische den Einstieg oft nicht finden.  Die Fischwanderhilfe im Hauserkanal stelle keine ausreichende Alternative dar, da die meisten Fische möglichst nah bis zum Wehr schwimmen und erst dann eine Aufstiegsmöglichkeit suchen. Sie sei aber dennoch wichtig, da sie den Hauserkanal als Lebensraum für Fische aufwerte und den darin vorkommenden Fischen die Wanderung in die Limmat ermögliche. Bereits jetzt zählen Forellen, Barben, Alet, Nasen und andere Fische zu seinen Bewohnern.

Auch beim Lettenwehr und beim Platzspitzwehr seien noch Anpassungen nötig. Entsprechende Projekte sollen in den nächsten fünf Jahren umgesetzt werden, wie Bammatter und Wolff sagten.

Der Hauserkanal war einst ein natürlicher Nebenarm der Limmat. Im 19. Jahrhundert diente er als Fabrikkanal der Seidenspinnerei Hauser. Mit dem Bau des Klärwerks Werdhölzli, durch dessen Areal er fliesst, wurde er ab 1926 dessen Brauchwasserlieferant. Beim Bau des Kraftwerks Höngg erfolgte seine Verlängerung flussaufwärts. Seither stellte sein Zulauf von der Limmat für die Fische ein unüberwindbares Hindernis dar, wie Hauser sagte.

Der Umbau des Kanals zur Fischwanderhilfe war laut Wolff eine Auflage des Kantons im Zusammenhang mit der Konzessionsverlängerung für die Kläranlage Werdhölzli. Die Kosten hatte Entsorgung und Recycling Zürich, der Betreiber der Kläranlage, auf 480000 Franken veranschlagt. Laut Projekleiter Hauser wird diese Summe nicht voll ausgeschöpft. Die Endabrechnung stehe aber noch aus.

Dank der Fischwanderhilfe im Hauserkanal kommen die Limmatfische jetzt besser am Hönggerwehr vorbei

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