Weiningen
Jetzt geht der Abbruch-Bagger dem Gewerbehaus Gubrist an den Kragen

Nach intensiven Vorbereitungsarbeiten wird nun ein Drittel des Gewerbehauses Gubrist dem Erdboden gleichgemacht.

David Egger
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Weiningen Gewerbehaus Gubrist Teilabbruch
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Mit dieser Monster-Klaue packt er den Beton und zermalmt ihn gnadenlos.
Am Montag machte er sich zuerst an der Betonbrüstung des Obergeschosses zu schaffen.
Der Beton und die Armierungseisen haben keine Chance.
Ein kleinerer Bagger arbeitet derweil auf dem Obergeschoss selbst.
Der Baggerführer muss die Abbruch-Klaue zielgenau an der Beton-Brüstung ansetzen.
Während des Abbruchvorgangs spritzt der Bagger Wasser auf die Klaue.
Wo jetzt der Bagger steht, fahren ab 2022 die Autos auf drei Spuren durch. Links vom Bagger befindet sich die heutige Autobahn.
Auch hier werden dereinst die Autos durchrauschen. Dieser Teil des Gewerbehauses Gubrist gehört ebenfalls zur Abbruch-Zone.
Damit die Teil-Abbruch-Arbeiten diesen Montag losgehen konnten, waren einige Vorbereitungsarbeiten nötig. So mussten neue Wände gezogen werden.
Bei den Eisenstangen kommt eine neue Wand hin. Was dahinter auf der anderen Seite liegt, wird abgebrochen und ist nachher nicht mehr Teil des Gewerbehauses, sondern liegt direkt unter er Autobahn..
Früher hatten die Gewerbler hier Lagerräume.
In diesem Raum zur Linken wird eine neue Betriebszentrale für den Gubrist-Tunnel eingerichtet werden, wo unter anderem Strom- und Datenkabel zusammenkommen.
Damit die neuen Wände auf den verschiedenen Untergeschossen gemacht werden konnten, war zuerst ein neues Fundament nötig.
So sieht es in einem der Obergeschosse heute aus. Die ersten Vorbereitungsarbeiten für den Teilabbruch des Gewerbehauses starteten am 2. August.
Bis Weihnachten sollen die groben Abbrucharbeiten zu Ende sein.
Die Gerüste mit dem Schutz mussten aufgestellt werden, damit sicher keine Abbruch-Materialien auf die heutige Autobahn spicken.
In einem der Obergeschosse schneiden Bauarbeiter die Bodenplatten, damit diese an der richtigen Stelle fallen, wenn der Abbruch-Bagger bis hierher vorgedrungen ist.
Blick vom Gewerbehaus in Richtung Baustelle der dritten Röhre. Aus dieser Perspektive wird schnell klar, wieso ein Teil des Gewerbehauses abgebrochen werden muss.
Wo früher Gewerbler diverser Branchen heimisch waren, sind heute ausschliesslich Bauarbeiter und Ingenieure zu sehen.
Kanton, Bund und Gemeinde werden einen gemeinsamen Investorenwettbewerb für die verbleibenden Teile des Gewerbehauses durchführen, um herauszufinden, was mit diesen passieren soll.
Heute ist die Zukunft der verbleibenden Gewerbehaus-Teile also noch offen. Dafür ist klar: Auch die Treppe links im Hintergrund kommt weg, genauso wie die ganz Fläche hier.
Auf dem obersten Geschoss ist rechts eine neue Mauer zu sehen. Alles links davon kommt weg.
Auf diesem Bild wird also klar: Es muss sehr viel Beton weg.
Sie haben den Überblick über die Baustelle: Marco Knecht, Projektleiter beim Bundesamt für Strassen (Astra) und Peter Schmid, Oberbauleiter im Los 1 der Gubrist-Baustelle.

Weiningen Gewerbehaus Gubrist Teilabbruch

David Egger

Die Vorarbeiten waren bereits am 2. August gestartet. Gestern Nachmittag kurz vor 15 Uhr war es dann so weit: Der erste Abbruch-Bagger ist beim Gewerbehaus Gubrist aufgefahren, um sich an diesem gütlichzutun. Bis Weihnachten wird er voraussichtlich seine Aufgabe erledigt und einen Drittel des Gewerbehauses vertilgt haben. So viel muss weg, damit die drei neuen Autobahnspuren Platz haben, die hier ab 2022 der neuen dritten Gubrist-Tunnelröhre entspringen.

Die Vorarbeiten waren aufwendig. Zum Beispiel mussten die Leitungen im abzureissenden Gebäudeteil so entfernt werden, dass Strom, Wasser und so weiter im bestehenbleibenden Gebäudeteil weiterhin funktionieren. «Würden wir das Gebäude als Ganzes abreissen, ginge das natürlich schon schneller», sagt Marco Knecht, Projektleiter beim Bundesamt für Strassen (Astra).

Zudem mussten dort, wo das Gebäude nach dem Teilabbruch enden wird, bereits die neuen Wände gebaut respektive betoniert werden. Und diese neuen Wände waren natürlich auch auf ein neues Fundament angewiesen. «Viele der Vorarbeiten liefen im Gebäudeinnern. Deshalb hat man sie nicht gesehen», erklärt Peter Schmid. Er ist Oberbauleiter im Los 1 der Gubrist-Bauarbeiten. «Im Untergrund musste zudem oft mit Kleingeräten gearbeitet werden, da man aus Platzgründen nicht mit grossen Baugeräten reinfahren konnte», sagt Schmid weiter.

Bauarbeiter schneiden Bodenplatten, damit sie an der richtigen Stelle brechen

Dafür steht seit gestern der Abbruch-Bagger mit seiner monströsen Klaue im Grosseinsatz. Zuerst holt er die Betonbrüstung des ersten Obergeschosses auf den Boden. Währenddessen schneidet ein Bauarbeiter die Bodenplatten des ersten Obergeschosses, auf dass dieses dann an der richtigen Stelle schnell zusammenbricht, sobald der Bagger dort seine gefrässige Klaue anlegt. Nun wird das Gewerbehaus Gubrist jeden Tag etwas anders respektive kleiner aussehen.

Das Astra hatte das Gebäude im Hinblick auf die Gubrist-Bauarbeiten von der Gewerbehaus-Genossenschaft abgekauft. Ein Investorenwettbewerb von Bund, Kanton und Gemeinde soll zeigen, was mit den beiden verbleibenden Dritteln des Gebäudes passieren soll.
Das Astra hat zwar schon viele Strassen und Tunnels gebaut. Aber was jetzt beim Gewerbehaus passiert, ist dann eben doch speziell, da die Strassenbauer ihr angestammtes Gebiet, den Tiefbau, verlassen: «Dieser Teilabbruch hat für uns etwas sehr Exotisches. Normalerweise reissen wir nicht ab, sondern bauen neu», sagt Projektleiter Knecht.

Hanspeter Haug sprengt heute

Während sich der Abbruch-Bagger nun beim Gewerbehaus Gubrist weiter Stück für Stück voranknabbert, sorgt Hanspeter Haug (SVP), Gemeindepräsident von Weiningen, für den Knall des Jahres: Er wird heute in Regensdorf den Knopf drücken, der die erste Sprengung für die dritte Tunnelröhre auslöst.