Trotz der 1:4-Niederlage erinnert sich Jelec gerne an sein Startelf-Debüt: «Trainer Goran Ivelj hat mir gesagt, dass ich mir einen Platz in der Stammformation verdient habe – das war eine schöne Erfahrung.»

Jelec hatte schon während Kurzeinsätzen in den Partien zuvor überzeugt. Dass ausgerechnet Jelec, der von einem Jahr von Obersiggenthal AG zu den A-Junioren des FCD wechselte, den Sprung in die erste Mannschaft schaffen würde, war keinesfalls selbstverständlich.

«Entgegen vielen Alterskollegen habe ich weder einen Berater noch eine Vergangenheit bei einem Topklub», sagt der Jüngste in Dietikons Kader. Trotzdem träumt er auch jetzt noch von einer Karriere als Profifussballer.

Oder wie es der junge Kroate formuliert: «Mein Ziel ist es, etwas zu werden.» Um «etwas zu werden» ist er sich auch nicht zu schade, zusätzliche Trainingseinheiten zu schieben. «An freien Abenden gehe ich entweder joggen oder mache zu Hause Krafttraining», erklärt Jelec und ergänzt: «Nach den Mannschaftstrainings bleibe ich meistens auch, um ein paar Eckbälle und Freistösse zu schlagen.»

Nein zu Super-League-Klubs

Nach Jelecs starker Vorsaison, in der er auch schon gegen Ende der Spielzeit mit dem Fanionteam mittrainieren durfte, hätte der Logistiker-Lehrling mindestens Probetrainings im Nachwuchs eines Super-League-Klubs absolvieren können.

«Ich wollte aber bei Dietikon bleiben und mich hier etablieren», sagt Jelec. Die Tatsache, dass der Youngster – im Gegensatz vieler Altersgenossen – keine Lust auf einen Berater hat, untermauert seinen Status als erfrischende Abwechslung zu vielen ungeduldigen Möchtegern-Profifussballern.

Jelec sagt dazu nur: «Ich versuche auf dem Platz mit Leistung auf mich aufmerksamzu machen.»

Lieber versucht der Mittelfeldspieler, im FCD von gestandenen Spielern wie Samir Kozarac und Naim Haziri zu profitieren: «Besonders von Naim, der auf meiner Lieblingsposition im zentralen Mittelfeld spielt, kann ich unglaublich viel lernen.

Die beiden helfen mir aber auch neben dem Platz sehr viel», erklärt Jelec. Deshalb hat der einzige Dietiker Torschütze von vergangener Woche auch kein Problem, sich ganz unten in der Teamhierarchie einzugliedern. «Als junger Spieler muss man halt die Bälle tragen und die Trinkflaschen auffüllen», sagt Jelec achselzuckend dazu.

Die ohnehin attraktive Partie gegen Leader Baden ist für Jelec besonders speziell. Bevor der Linksfuss nach Obersiggenthal wechselte, war er zwei Jahre beim Nachwuchs des FC Baden im Einsatz. «Nach der U16 wurde ich weggeschickt, weil ich als zu wenig gut empfunden wurde», sagt Jelec und ergänzt: «Ich freue mich wahnsinnig auf dieses Spiel.»

Am Samstag bietet sich dem Dietiker Senkrechtstarter möglicherweise die Chance, seinem Exklub zu zeigen, dass sein Rauswurf ein grosser Fehler war. Gemäss Trainer Ivelj spielt Jelec «zu 95 Prozent» von Anfang an.