Geroldswil

Jede Marionette erzählt ihre eigene Geschichte

Vreni Seiler mit den noch namenlosen Miniatur-Marionetten.

Vreni Seiler mit den noch namenlosen Miniatur-Marionetten.

Vreni Seiler stellt im Hotel Geroldswil ihr Lebenswerk aus. Rund fünfzig Marionetten hat Vreni Seiler aus Unterengstringen mit grossem Engagement bislang hergestellt. Jede Figur verkörpert einen besonderen Charme und Reiz.

Bis zum 16.März können die schönsten und eindrücklichsten Marionetten in der Lobby vom Hotel Geroldswil bewundert werden.

«Eine Marionette ist wie ein Medium der eigenen Gefühle jener Person, die mit ihr spielt», erklärt Vreni Seiler. Allerdings sind die beiden neusten Marionetten, die Vreni Seiler erst kürzlich fertigstellte, noch namenlos.

Zusammen mit der Künstlerin lanciert die az Limmattaler Zeitung einen Wettbewerb, um für die beiden Figuren einen passenden Namen zu finden.

«Gerne offerieren wir der Gewinnerin oder dem Gewinner eine Übernachtung im Hotel Geroldswil mit Pizzaessen und Frühstück für zwei Personen», verrät John M. Rusterholz, Direktor vom Hotel Geroldswil.

Ein Lebenswerk

Vor etwa 40 Jahren, als Vreni Seiler in einem Keller in Unterengstringen ein paar Puppen entdeckte, die ihrem Schicksal überlassen waren, hätte sich die heute 80-Jährige nie vorzustellen gewagt, dass diese eines Tages für ihr Lebenswerk besorgt sein würden.

«Es sind aber keine Puppen, es sind Figuren», betont Seiler. Aus dieser damaligen Entdeckung resultierte die Gründung der Marionettenbühne Unterengstringen 1972, wo bereits kurze Zeit später eine Aufführung die nächste ablöste. «Damals hatten wir nicht das Geld, bestehende Aufführungen einzukaufen», erinnert sich Seiler. Also begann sie, Stücke zu schreiben. Und dies mit grossem Erfolg.

«Sie versteht es, den Marionetten Leben einzuhauchen. Sie kreiert Persönlichkeiten, die menschliche Züge annehmen», sagt Pia Henker, Tochter von Vreni Seiler. Henker arbeitet als Kindergartenlehrerin in Geroldswil und darf für ihre Arbeit immer wieder von der Kunst ihrer Mutter profitieren.

Jede einzelne Marionette verfügt über zehn Gelenke, die so eine präzise Beweglichkeit ermöglichen. «Früher machte mein Mann das technische Grundgerüst und ich war für das Künstlerische zuständig», erinnert sich Vreni Seiler.

Kindheitserinnerungen

Auch Gemeindepräsidentin Ursula Hofstetter ist begeistert. Sie erinnert sich, dass sie in ihrer Kindheit Harlekinfiguren gesammelt hat. «Diese Faszination ist noch heute da. Das Karokleid und der Spitzhut, ganz ähnlich wie eines der Ausstellungsobjekte», schwärmt Hofstetter.

Die Gabe, Marionetten herzustellen, erhielt Vreni Seiler wohl mit in die Wiege gelegt. Denn Basteln war schon von klein auf eine grosse Leidenschaft. «Heute entstehen neue Figuren aus Beobachtungen, Erlebnissen oder aus Zeitungsthemen», wie Seiler verrät. Auf jeden Fall ist es für sie ein pures Glücksgefühl, wenn eine Marionette ihre ersten eigenen Schritte macht.

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