Dietikon

Je besser sich Schüler kennen, desto weniger gibts Gewalt

Im Kurs «Getreide unserer Erde» lehrt Vreni Noli ihrer Klasse die verschiedenen Getreidesorten. Foto: Los

Im Kurs «Getreide unserer Erde» lehrt Vreni Noli ihrer Klasse die verschiedenen Getreidesorten. Foto: Los

In der Projektwoche im «Wolfsmatt» arbeiten die Kinder klassen- und altersübergreifend zusammen. Vergangene Projektwochen zeigten, dass klassenübergreifendes Zusammenarbeiten Gewalt stark verhindert.

Elf Kinder sitzen auf ihren Holzstühlen im Kreis, strecken eifrig die Hände in die Luft und schnipsen mit ihren Fingern. Sie alle möchten der Lehrerin Vreni Noli auf ihre Frage «Zu welchen Esswaren gehört Chili?», antworten. Heute lernen sie die «Getreide unserer Erde» kennen – so heisst einer von 24 Kursen der Projektwoche der Dietiker Schule Wolfsmatt.

Das Schulhaus stand diese Woche ganz unter dem Thema «Entdecken – erfinden – erforschen». Schulleiter Werner Hardmeier erklärt: «Die Schülerinnen und Schüler sollen selbst Erfahrungen machen und so diverse Sachen herausfinden können.»

Rund 400 Kinder der Unter- und Mittelstufe des Schulhauses Wolfsmatt nehmen an der Projektwoche teil. Zusätzlich, aber räumlich getrennt vom «Wolfsmatt», wird die Projektwoche auch in allen sechs Kindergärten der Schuleinheit Wolfsmatt durchgeführt.

Dank tatkräftiger Unterstützung aller Lehrpersonen, so Hardmeier, durften die Kinder je zwei von 12 Kursen pro Schulstufe auswählen, die sie während je zweier Tage besuchen. Einen Tag verbringen sie in der Klasse. Die angebotenen Kurse decken ein breites Spektrum ab: «Züri-Zoo», «Energie macht mobil», «Erfindungen» und «Ballonfabrik» sind nur einige davon.

Je nach Kurswahl treffen sich die Schülerinnen und Schüler entweder in den Klassenzimmern oder sind beispielsweise im Kurs «Züri Zoo» zusammen mit der Betreuungsperson vor Ort im Einsatz.

Samuel (12) und Arun (12) belegten Anfang Woche den Kurs «Züri Zoo», Donnerstag und Freitag lernen sie – so wünschen es sich die beiden – im Kurs «Energie macht mobil» mehr über Autos und Energie kennen. «Uns gefällt der Energiekurs besser als derjenige im Zoo», sagen sie. Kursleiter Reinhold Zatti dürfte es freuen.

Gemeinsam gegen Gewalt

Im Zweijahresrhythmus organisiert das «Wolfsmatt» solche Projektwochen. Die Kinder sind begeistert – jedenfalls meistens: «Ob ich Spass habe hängt vom Thema ab. Das Jetzige gefällt mir sehr gut», sagt die 12-jährige Christina.

Doch nebst dem, dass «Neues und Anderes» vermittelt werden soll, verfolgt Hardmeier noch ein ganz anderes Ziel mit der Projektwoche: die Gewaltprävention. «Wenn sich die Kinder klassen- und altersübergreifend kennen, dann teilen sie sich auf dem Pausenplatz viel seltener Prügel aus.» Dies hätten Erfahrungen aus vergangenen Projektwochen gezeigt.

Lehrerin Bettina Hof schätzt an Projektwochen einerseits, dass sich die Kinder untereinander besser kennen lernen und andererseits die Zusammenarbeit zwischen Lehrpersonen und Schülern.

Damit sich alle tatsächlich näher kommen, wird auch zusammen gegessen. Im «Speisesaal», wie das umfunktionierte Schulzimmer genannt wird, trifft man sich zum «Znüni» und zum Mittagessen. Natürlich wird dieses von den Kindern selbst zubereitet. Heute stehen Pizza, Fajitas und – passend zu einem der Kurse – Getreiderisotto auf der Menükarte.

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