Normalerweise haben es Schulvorlagen an der Urne einfach. Nicht so in Dietikon: Seit das Stimmvolk im November 2012 das geplante Mietschulhaus im Limmatfeld überraschend deutlich ablehnte, sind Abstimmungen über Schulkredite ein heikles Thema. Und ein schwieriges: Weil Schulraum an allen Ecken und Enden fehlt, werden an diversen Orten Alternativlösungen geplant, um Klassenzimmer in Provisorien bereitzustellen. So auch beim Schulhaus Steinmürli. Und zur grossen Erleichterung der Verantwortlichen hatte das Stimmvolk Verständnis für die Notlage und zeigte sich der Vorlage gegenüber positiv gestimmt: Bei einer Stimmbeteiligung von 35,1 Prozent sagten 70 Prozent Ja zum Kredit über 5,07 Millionen Franken. Das Geld fliesst in den Bau und die Ausstattung des Schulpavillons sowie die Umgebungsarbeiten.

Für die nächsten 20 Jahre

Schulpräsident Jean-Pierre Balbiani (SVP) zeigte sich gestern Nachmittag hoch erfreut über das deutliche Resultat. Er habe «schwer gehofft», dass die Vorlage durchkomme, sagte er anlässlich der Präsentation der Resultate im Stadthaus. Weil das Thema Schulraumplanung in Dietikon aber nicht ganz einfach sei und man im Vorfeld der Abstimmung auch wenig aus der Bevölkerung gehört habe, sei eine Prognose schwierig gewesen, so Balbiani. Umso erfreuter sei er nun über die Zustimmung des Stimmvolks: «Die Erleichterung ist gross.» Balbiani betonte, dass ein Nein zum Pavillon verheerend gewesen wäre. Denn bereits im kommenden Schuljahr nach den Sommerferien wird der Raum für die acht zusätzlichen Klassen dringend benötigt. Der Pavillon, der mindestens 20 Jahre bestehen bleiben soll, ist als längerfristige Übergangslösung auch ein Ersatz für das nach wie vor fehlende Schulhaus im Quartier Limmatfeld.

Auch der Hochbauvorsteherin Esther Tonini (SP) fiel gestern ein Stein vom Herzen. Bei einem Nein der Stimmbevölkerung hätte man nochmals über die Bücher müssen, sagte sie. Man wäre jedoch auch dann nicht darum herumgekommen, schnellstmöglich eine Lösung zu finden. Und diese günstiger zu bekommen, wäre schwierig, so Tonini: «Wir hätten Abstriche an der Qualität machen müssen.» Zudem sei es Dietikon als Energiestadt Gold auch wichtig, dass der Pavillon einen hohen energetischen Standard aufweise.

Bereit Ende August

Nun geht es zackig weiter: Nach einigen Vorbereitungsarbeiten wird im März mit dem Bau des Pavillons begonnen. Im Mai soll er stehen, im Juni wird er möbliert. Anfang August soll er dann bereit sein für den Bezug, wie Tonini gestern sagte.

Nachdem zu Beginn dieses Schuljahres bereits beim Schulhaus Wolfsmatt ein Containerbau bezogen werden konnte, wird die Erstellung des Steinmürlipavillons ein weiterer Schritt sein, um die Platznot der Dietiker Schule zu lindern. Es wird in den nächsten Jahren aber noch deutlich mehr weitere Schulzimmer brauchen, um alle Schülerinnen und Schüler unterzubringen. Nach wie vor unklar ist auch, wann es im Limmatfeld ein neues Schulhaus geben wird.