Die reformierte Kirchgemeindeversammlung hat am Sonntag vom Umbau- und Sanierungsprojekt des Birmensdorfer Pfarrhauses und den damit verbundenen gebundenen Ausgaben in der Höhe von 1,12 Millionen Franken Kenntnis genommen. Zudem hat sie praktisch einstimmig – bei einer Enthaltung und ohne Gegenstimmen – auch einen weiteren Kredit von 380 000 Franken bewilligt.

Attraktive Wohnungen

Das Pfarrhaus, das leicht erhöht auf dem Kirchenhügel in unmittelbarer Nachbarschaft zur reformierten Kirche steht, wurde 1650 erstellt. Bislang wurde es stets als eigentliches Pfarrhaus genutzt. Doch mit dem Wegzug des bisherigen Pfarrers musste die Kirchenpflege nun entscheiden, wie es in Zukunft genutzt werden soll. Sie hat sich für eine Ausweitung der Nutzung ausgesprochen; die Liegenschaft soll nicht mehr nur kirchlichen Zwecken dienen. Vorgesehen ist, dass im Pfarrhaus drei Wohnungen angeboten werden können: «Mit einem zeitgemässen Innenausbau und einer flexiblen Raumaufteilung soll die Vermietbarkeit gesichert und die Wirtschaftlichkeit erhöht werden», heisst es im Antrag der Kirchenpflege.
Das neue Raumkonzept sieht im ersten Geschoss eine 3½-Zimmer-Wohnung sowie ein Büro für eine Pfarrperson vor. Im zweiten Geschoss ist eine 4½-Zimmer-Wohnung geplant, im dritten Geschoss und im Dachgeschoss wird eine Loftwohnung mit Galerie und drei Zimmern erstellt.

Gleichzeitig mit dem Umbau wird das Pfarrhaus saniert. Denn die Liegenschaft wurde letztmals in den 1970er-Jahren renoviert, und dies lediglich sanft. Die technischen Installationen seien inzwischen völlig veraltet, steht im Antrag weiter. Sie würden den heutigen gesetzlichen Vorschriften – unter anderem in Bezug auf Brandschutz – in keiner Weise mehr entsprechen. Die Heizung ist am Ende ihrer Lebensdauer angelangt. Und auch die Fassade ist aussen und innen stark verwittert.
Das Pfarrhaus und seine Bausubstanz sollen nun «durch eine umfassende Instandsetzung innen wie aussen langfristig und nachhaltig erhalten» werden. Dank Ausbau, Umbau und Renovation werde das Gebäude für die nächsten 40 bis 50 Jahre einer zweckmässigen, guten Nutzung zugeführt.

Historisches Ensemble

Die Kirchgemeinde Birmensdorf-Aesch wird das Projekt über ein Darlehen finanzieren. Vorgesehen ist ein Kredit über den Gesamtbetrag zu einem Zinssatz von etwa 1 Prozent. Die Gemeinde kann das Projekt damit ohne Steuerfusserhöhung stemmen. Der Steuersatz von 11 Prozent werde beibehalten, heisst es im Antrag der Kirchenpflege. Zudem löse der Um- und Ausbau auch keine nennenswerten Folgekosten aus; so sei beispielsweise keine Stellenerhöhung im Bereich des Sigristendienstes notwendig.

Das Pfarrhaus ist im Inventar der kantonalen Denkmalpflege aufgeführt. Es bildet zusammen mit Kirche, Pfarrgarten und Fachwerkhaus unterhalb der Kirche ein überkommunal geschütztes, ortsbildprägendes Ensemble. Die historische Ausstrahlung des Pfarrhauses bleibt erhalten.