Dietikon
Inhaber von Sexclub zieht den Fall nicht weiter

Das Studio «Relax4you» hat nun 60 Tage Zeit, um aus der Liegenschaft im Altbergquartier auszuziehen. Damit geht ein eineinhalb Jahre dauerndes Hin und Her zu Ende.

Bettina Hamilton-Irvine
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Das Haus an der Altbergstrasse

Das Haus an der Altbergstrasse

Kob

Die Bewohner des Dietiker Altbergquartiers können aufatmen: Bald wird es zwischen ihren Wohnhäusern keinen Sexclub mehr geben. Der Betreiber des Clubs «Relax4you», der bisher ohne Bewilligung geschäftet hat, akzeptiert das Urteil des Zürcher Verwaltungsgerichts, wonach Sexgewerbe in der Wohnzone nicht zulässig ist. Sein Anwalt, der bekannte Milieu-Anwalt Valentin Landmann, erklärt auf Anfrage, er habe keinen Auftrag seines Mandanten, den Fall ans Bundesgericht weiterzuziehen.

Bewilligt wurde Kosmetikstudio

Damit geht ein eineinhalb Jahre dauerndes Hin und Her zu Ende. Denn bereits im November 2010 forderte die Stadtverwaltung den Inhaber des Sexclubs auf, ein Umnutzungsgesuch für die Liegenschaft an der Altbergstrasse 24 zu stellen. Dass es ihm zuvor schon jahrelang möglich gewesen war, ohne entsprechende Bewilligung ein Puff mitten im Wohnquartier und in unmittelbarer Nähe eines Kindergartens zu betreiben, hatte einen einfachen Grund: Die Stadt hatte davon nichts gewusst - bis mehrere Beschwerden von Anwohnern eingingen. Bewilligt hatte das Hochbauamt im Jahr 1993 ein Kosmetikstudio.

Das entsprechende Umnutzungsgesuch für den Sexclub wurde von der Stadt jedoch nicht bewilligt. Dies wäre auch gar nicht möglich, da Rotlichtetablissements in reinen Wohnzonen nicht zulässig sind.

Der Inhaber des Studios zog den Fall weiter ans Rekursgericht, blitzte jedoch ab. Auch die nächste Instanz, das Verwaltungsgericht, unterstützte die Haltung der Stadt. Bis anhin war aber noch nicht bekannt, ob der Fall sogar das Bundesgericht beschäftigen wird - was nun nicht der Fall ist.

Wie Tonini sagt, sehe man sich durch das Verwaltungsgerichtsurteil bestätigt: «Wir waren von Anfang an überzeugt, dass wir gute Chancen haben, diesen Rechtsstreit zu gewinnen.» Über den Entscheid sei sie sehr froh, so Tonini, vor allem auch in Bezug auf die Anwohner: «Es ist gut, dass nun nach eineinhalb Jahren ein Ende dieser Geschichte absehbar ist.»

Entscheid des Stadtrats ist gültig

Da auf einen Weiterzug ans Bundesgericht verzichtet wurde, ist nun das Verwaltungsgerichtsurteil und somit der Entscheid des Baurekursgerichts gültig, wie Tonini bestätigt. Dies wiederum heisst, dass der baurechtliche Entscheid des Stadtrates gültig ist.

Dem Inhaber des Studios «Relax4you» wurde eine Frist von 60 Tagen gegeben, um die nicht bewilligten Umnutzungen rückgängig zu machen beziehungsweise die Liegenschaft wieder in ihren bewilligten Zustand zu bringen. Konkret heisst das: Der Club muss entweder seine Tore schliessen oder sich eine neue Bleibe suchen. Wie Tonini sagt, ist die 60-tägige Frist für den Inhaber nun angelaufen.