Eisfeld
In Urdorf hat der Tanz um die Kältegrade begonnen

Die Eröffnung der traditionellen Kunsteisbahn Weihermatt in Urdorf auf das Wochenende ist unsicher: Noch war es nicht genug kalt, um eine Eisschicht aufzubauen. Eismeister Hans Käser wird nervös.

Flavio Fuoli
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Das Eisfeld in Urdorf ist in Arbeit

Das Eisfeld in Urdorf ist in Arbeit

Limmattaler Zeitung

Die Eissaison beginnt am kommenden Samstag, exakt auf Ferienbeginn. So, wie es all die anderen Jahre auch hätte sein sollen, als noch kein Dach die renovierte Weihermatt schmückte. Doch Franz Wipfli, Bereichsleiter Liegenschaften und technische Betriebe auf der Gemeindeverwaltung, relativiert: «Wenn es die Eisverhältnisse erlauben, werden wir am Samstag öffnen», sagte er bei einem Besuch der az Limmattaler Zeitung heute Mittwoch.

Betonplatte wird abgekühlt

Das Eis steht nämlich noch nicht. Es war in den letzten Tagen und Nächten zu warm. «Seit einer Woche sind wir am Abkühlen der Betonplatte, auf die das Eis zu liegen kommt», erklärt Hans Käser, der Eismeister. Er und seine Mannen wollten schon am vergangenen Donnerstag Eis produzieren. Aber das Thermometer sank nachts lediglich auf 14 Grad. «Die Eisdicke muss mindestens einen Zentimeter messen, wollen wir sie den Tag darauf behalten», umschreibt der Eismeister die Schwierigkeiten der Eisaufbereitung.

Zuerst wird eine ein Millimeter dicke Eisschicht aufgetragen. Dann erfolgt die Kalk-Wasser-Mischung, ohne Chemie hergestellt, und gibt dem Kunsteis die charakteristische weisse Farbe. Auf diese bis zu zwei Millimeter Dickefläche werden die Hockeylinien aufgetragen - mit Papierstreifen. Und sogleich wieder mit mehrerer nur millimeterdicken Eisschichten überdeckt.

Schwimmende Linien

Das geht nur in Nächten, in denen die Temperaturen unter zehn Grad betragen. Dann gefriert eine Schicht nach einer halben bis einer dreiviertel Stunde. Bei 14 Grad, wie zuletzt, dauert der Gefrierprozess anderthalb Stunden. Wenn nach einer solchen Nacht dann tagsüber die Sonne rein scheint, schmilzt das Eis und die Linien beginnen zu «schwimmen», wie es der Eismeister nennt.
Nun wollen die Verantwortlichen es dieser Tage nochmals versuchen, damit es übermorgen dennoch klappt. An der Kältemaschine liegts nicht. «Die funktioniert einwandfrei, wir verfügen in der Curlinghalle schon über Eis», bestätigt Franz Wipfli.

Vier Leute, eine ganze Nacht

Gestern Morgen waren die Eismeister daran, die nackte, kalte Betonplatte mit einer ein Millimeter dicken Eisschicht zu bedecken, damit die Platte die Kälte halten kann. Allerdings geben, trotz Überdeckung und erfahrungsgemäss, die Aussenbedingungen den Takt vor. «Wir konsultieren den Wetterbericht. Wenn die Temperaturen zu hoch sind, müssen wir gar nicht starten», sagt Franz Wipfli. Schliesslich kostet so eine Eisaufbereitung auch etwas: Vier Leute sind eine ganze Nacht lang am Arbeiten.

Eismeister Käser macht dennoch Hoffnung: «Wenn wir am Freitagmorgen zwei Zentimeter Eis haben, könnte es klappen.» Er weiss auch, dass es eine besondere Zeit ist: «Das passiert auf jeder Kunsteisbahn. Immer, wenn die Eisaufbereitung ansteht, sind alle nervös.»