Energiedebatte
In Spreitenbach entsteht das grösste Solardach der Schweiz

Fukushima hat auch Auswirkungen auf die Schweiz - und den Aargau. Auf dem Dach der Umwelt-Arena entsteht die grösste gebäudeintegrierte Photovoltaikanlage der Schweiz.

Fabienne Eichelberger
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So sieht das Solardach auf der Umweltarena aus
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So sieht das Solardach auf der Umweltarena aus

Aargauer Zeitung

«Axpo und Greenpeace legen gemeinsam Hand an.» Dass dies mehr ist als ein wohlklingender Slogan, wurde anlässlich des Jugendsolar-Projektes von Greenpeace demonstriert. Seit Montag arbeiten Lernende der Axpo zusammen mit Fachpersonen der Firma Netz BE in Spreitenbach auf der Baustelle der Umwelt-Arena. Bei der Installation des Solardaches erhielten sie Unterstützung von Manfred Thumann, dem CEO der Axpo AG.

Katharina Teuscher, Geschäftsführerin der Umwelt-Arena bezeichnete den Moment dann auch als sehr besonders: «Bereits in der Bauphase wird gelebt, wofür die Umwelt-Arena steht» - nämlich für den Dialog. Ab 2012 sollen die Besucher im «Kompetenzzentrum für Ökologie» unter einem Dach alle Informationen zum Thema umweltbewusstes Leben finden.

Dialog zweier Kontrahenten

Der Architekt der Umwelt-Arena, René Schmid, bezeichnete die Arbeiten im Rahmen des Jugendsolar-Projektes als «Grundstein zum Dialog». «Ich bin selber erstaunt, dass die Zusammenarbeit so gut klappt», sagte auch Kaspar Schuler, Bereichsleiter Klima und Energie von Greenpeace Schweiz. Die Umwelt-Organisation rief das acht Wochen dauernde Projekt ins Leben. Gesamthaft werden sich rund 100 Lernende der Axpo daran beteiligen.

Dass sich die erste Gruppe bereits eingehend mit der Umweltthematik auseinandersetzte, zeigte eine Fragerunde der Jugendlichen. Sowohl ihr CEO Thumann, als auch Kaspar Schuler und Walter Schmid, Initiant und Visionär der Umwelt-Arena beantworteten ihre kritischen Fragen zur Zukunft der Energiepolitik. Die beiden Lernenden Alicia Berner und Lea Klaus erzählten anschliessend von ihren bisherigen Eindrücken und Erfahrungen: «Es ist sehr spannend, an einem solch grossen Projekt mitzuarbeiten», waren sie sich einig.

Eine magnetische Wirkung

Das auf der Baustelle gelernte wird auch vor und nach der Arbeit gelebt: Die Lernenden radeln jeden Morgen von der Unterkunft im Pfadiheim Hüttikon mit solarbetriebenen Flyern nach Spreitenbach zur Arbeit. Tagsüber können sie diese auf der Baustelle aufladen. Mit der Photovoltaikanlage soll künftig mehr Strom produziert werden, als das Gebäude selber benötigt. Total entspricht die produzierte Energiemenge dem Jahresverbrauch von 120 Haushalten.

Mit Gemeinderätin Doris Schmid und Vizeammann Stefan Nipp waren auch die einheimischen Vertreter aus der Politik anwesend. Nipp zeigte sich vom Projekt begeistert: «Ich bin stolz, dass Spreitenbach als Standort der Umwelt-Arena ausgewählt wurde.» Auf ihn übe das Gebäude bereits jetzt eine magnetische Wirkung aus: «Ich fahre jeden Tag hier vorbei, da ich mitbekommen will, wie es wächst.»