Mein Ding

In ihrem Atelier verschmilzt die Dietikerin Glas zu nützlichen Gegenständen

Die Künstlerin Jolanda Heimann in ihrem Atelier in Dietikon.

Die Künstlerin Jolanda Heimann in ihrem Atelier in Dietikon.

In ihrem Atelier stellt Jolanda Heimann verschiedene Kunstgegenstände aus Glas her.

Jolanda Heimann hat mit dem Glasfusing ein aussergewöhnliches Hobby. In ihrem Atelier in Dietikon verschmilzt sie in einem Ofen zugeschnittene Glasteile und Glasscherben miteinander. Heimann stellt unterschiedliche Gegenstände aus klarem und farbigem Glas her. Von kleinen Schalen bis hin zu grossen Fensterbildern bietet sie alles an: «Zu mir kommen die verschiedensten Menschen mit den verschiedensten Wünschen. Meistens haben sie bereits eine vage Idee davon, was sie haben wollen. Ich berate sie anschliessend und setze es um.»

Heimann verarbeitet ein spezielles Glas, sogenanntes Ofenglas. Das ist Glas, das besonders gut und gleichmässig im Ofen schmilzt. Das Ofenglas wird mittels Metallpigmenten gefärbt. Den Fertigungsprozess beginnt die Kunsthandwerkerin mit einer Idee, bei der sie meist weiss, was sie umsetzen will. Sobald sie eine Idee hat, erstellt sie eine Skizze und beginnt mit dem Zuschneiden des Glases in kleinere Stücke. Dafür verwendet sie einen Diamantschneider: «Auch wenn ich den speziellen Schneider habe, muss ich aufpassen, dass ich möglichst in geraden und flüssigen Linien schneide. Sonst zersplittert das Glas nämlich, wenn ich es abbreche.» Die verschiedenen Glasstücke werden anschliessend auf einem Blech ausgelegt und mit Leim verklebt. Die Stücke kommen danach in den Ofen. Je nachdem, wie stark die Glasstücke miteinander verschmelzen sollen, wird der Ofen auf 740 bis 800 Grad Celsius geheizt.

Heimann hatte schon immer ein Hobby mit Glas

Angefangen hat Heimanns Leidenschaft vor über 30 Jahren mit Tiffany-Glas: «Ich habe Fensterbilder und Lampen für unser Haus gemacht. Irgendwann hatte ich praktisch alle Möglichkeiten ausgeschöpft und mir deswegen eine neue kreative Herausforderung gesucht.» Das Neue habe sie im Glasfusing entdeckt, da es mehr kreative Möglichkeiten biete.

Anschliessend habe sie sich einen Glasfusing-Ofen gekauft. Um diesen zu amortisieren, hat Heimann begonnen, in der Freizeitanlage Chrüzacher Kurse anzubieten. «Mir haben die Kurse so viel Spass gemacht, dass ich beschlossen habe, damit weiterzumachen.» Am meisten gefällt Heimann der Austausch mit den verschiedenen Teilnehmenden. «Mich freut es, wenn Leute mit ihrer Idee kommen und ich meine Erfahrungen weitergeben kann, um diese zu realisieren.» Es gebe Leute, die seit Jahren regelmässig in ihre Kurse kommen. Das zeige ihr, dass sie sie richtig leite und sie den Leuten Spass machen. Heimann besucht selbst auch immer noch regelmässig Kurse. «Ich gehe selbst gern in Kurse, da lerne ich neue Techniken dazu.»

Coronavirus sorgte für viele Absagen

Die Coronakrise traf Heimann hart: «Ich war von null auf hundert praktisch arbeitslos. Alle Märkte und Kurse mussten abgesagt werden.» Die 60-Jährige liess sich im Jahr 2019 von ihrem Büroberuf pensionieren. Sie hatte mit den Einkünften ihrer Kurse und Märkte gerechnet. Dank der Lockerungen kann sie nun aber wieder Kurse durchführen: «Ich bin extrem erleichtert und froh, dass die Kurse wieder stattfinden können.» Als Nächstes wird man Heimann am Herbstmarkt in Dietikon am 19. September antreffen können.

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