Ruedi Peter, der Leiter der Heilpädagogischen Schule Limmattal, hatte die Zusammenarbeit initiiert und ermöglichte sie – nach den Jahren 2004 und 2013 – nun bereits zum dritten Mal. Er betont besonders die kleinen Schritte, die möglich werden, und den integrativen Charakter des Gesamtprojektes. «Die Eltern können stolz sein, was die Kinder leisten und in diesen Tagen entwickeln. Der Fortschritt zählt und lässt sich über die Projektwoche sehr schön zeigen.»

Austausch zwischen den Schulen

Das Mitmachen in diesem neuen Rahmen sei oft auch eine Challenge für die Kinder mit einer leichten oder schwereren Beeinträchtigung und eine gute Gelegenheit, um in einem anderen Kontext eine kreative Beschäftigung zu ermöglichen, sagt Peter. Zudem werde so der Austausch zwischen den beiden Schulen, der bereits sehr gut ist, noch weiter vertieft.

Stolz auf seinen Auftritt kann der achtjährige Bryan aus Urdorf sein. Seine Schminke lässt bereits vermuten, für welche Zirkusnummer sein Herz schlägt: die Clownerie. So präsentiert er mit mehreren Kindern eine lustige Telefonszene. Auch seine neunjährige Schwester Loraine brilliert in der Manege. «Es ist ein grossartiges Projekt und sehr toll, dass so etwas in derart kurzer Zeit in diesem geschützten Rahmen möglich ist. Das sollte es in der Schweiz öfters geben», sagt deren Mutter Nadja Remy.

«Diese Woche hat viel mehr Spass gemacht als die normale Schule», fasst die zwölfjährige Artistin Tharanja das Erlebte zusammen. Gemeinsam mit ihren Freundinnen Mitra, Rebeka und Evelin trägt sie ein kleines kreatives Schauermärchen als Rahmengeschichte vor. «Das Publikum hätte etwas leiser sein können, aber es war sehr toll», meinen die vier einstimmig.

Andere Fähigkeiten gefragt

Auch Stefan Rogger, der die Jugendliche im Alltag unterrichtet, zeigt sich zufrieden. Es sei bereits ein Highlight, wie am ersten Tag das Zirkuszelt von allen gemeinsam aufgebaut wird, hält er fest. Als er gehört habe, dass das Zirkusprojekt ein weiteres Mal durchgeführt werden soll, habe er gleich zugesagt. Mit einer ersten Klasse und damit mit sehr viel jüngeren Schülerinnen und Schüler vertreten ist auch Jenny Marcarini: «Ich erlebe diese Woche sehr positiv und das Schöne ist, dass gerade auch Kinder, die in der Schule Schwierigkeiten haben, in diesem Projekt umso mehr brillieren können», so Marcarini.

Ermöglicht wurde das aufwendige Projekt durch die Finanzierung der beiden Stiftungen Solvita und Sternschnuppe. Seit 1981 existiert der Circolino Pipistrello, der im April jeweils mit eigenem Programm sowie den Schulprojekten auf Tournee geht. Fast jede Woche steht ein solches an. «Ich habe soziale Arbeit studiert und bin durch ein Praktikum in das Projekt Zirkus eingestiegen und gleich geblieben», sagt die 26-jährige Lotta Schanz, die als Teammitglied das zweite Jahr dabei ist. In diesem Jahr ist sie für die Kostüme und Requisiten sowie allerlei Verrichtungen rundherum zuständig. Während vor dem Auftritt zwischen den vielen Wohnwagen geschminkt und aufgewärmt wird, wartet Lotta Schanz deshalb, bis die Popcorn ploppen. Denn schliesslich dürfen auch diese an einem solchen Nachmittag nicht fehlen.