Fahrweid

In dieser Wohngemeinschaft bricht das Chaos aus

Die Spielbühne 99 feiert mit dem Stück «Es esch ned alles Gold was glänzt» in Fahrweid Premiere.

Wenn zwei Halbschwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten, zusammen mit einem Travestieclub-Besitzer unter einem Dach wohnen und ständig Besuch erhalten von der Mutter oder Grossmutter, während eine Diebin ihr Unwesen treibt, ist das Chaos vorprogrammiert.

Während die einen Protagonisten verzweifelt auf die grosse Liebe warten, nehmen andere die Suche nach der Verbrecherin auf. Im neuen Stück «Es esch ned alles Gold was glänzt» der Spielbühne 99 aus der Fahrweid sorgen zahlreiche Verwirrungen für beste Unterhaltung.

«Ach Herzilein, im Boden versinken geht nicht», sagt der WG-Mitbewohner Julian mit seiner rosaroten Brille und weissen Highheels zur verzweifelten Anna und bewirkt allein mit seiner Haltung, dass an diesem Freitagabend im Saal des Föhrewäldli in der Fahrweid laut losgelacht wird. Vereinspräsident Mario Lorentz wird in seiner überspitzt in Szene gesetzten Rolle zum Publikumsliebling des Abends. Nebenbei präsentiert sich in unterschiedlichen Facetten die schöne Halbschwester Aurora, überzeugend ins rechte Licht gerückt von der erst 16-jährigen Sally Müller. Ganz zum Leidwesen von Anna, gespielt von Maria Costantino, ist sie mit dem wesentlich älteren Lover Jacobo zusammen.

«Wir haben uns einen Abend erhofft, an dem wir lachen können. Das ist bereits jetzt bis zur Pause mehrfach eingetroffen», sagt Daniela Nacht zufrieden und auch ihr Mann Tobias ergänzt: «Sie spielen super und unser Highlight ist auf jeden Fall Fiona Neri, wie sie als Sarah in ihren hohen Schuhen der Polizei entkommen möchte, diese Szene war einfach herrlich». Die 83-jährige Ella Schlatter schliesst sich der Begeisterung an und meint, Julian sei doch herzig und man kann sehr viel lachen. «Das Stück ist ja noch nicht fertig, aber der erste Teil war sehr vielversprechend, das kommt gut», meint auch Hans-Ulrich Furrer, Präsident des Quartiervereins Fahrweid.

«Sie spielen nicht nur, sie leben die Rollen. Es ist wirklich sehr gut», lobt Leo Maurer vom Breuninger Verlagshaus Aarau die Schauspieler. Das Stück sei ein ganz neuer Schwank, geschrieben von der jungen Autorin Janine Berger. Diese Vorführung zeige wieder einmal: «Das Theater ist schon eine eigene Welt, aber eine schöne Welt». Zu sehen ist das Stück noch bis zum 4. November im Föhrewäldli.

«Es steckt eine Menge Passion dahinter. Was will man mehr, als ein lachendes und zufriedenes Publikum nach einer langen Probezeit», meint Regisseur René Müller zur geglückten Premiere. Zum harten Kern des Vereins gehört auch Robert Eigenmann, der auf der Bühne als Chef-Polizist zu sehen ist: «Wenn der Zusammenhalt stimmt, dann kann ein Verein sehr lange bestehen». Schauspielerkollegin Maria Costantino ergänzt: «Ich schätze die gemeinsamen Abende und Proben sehr. Sie sind eine Abwechslung im Alltag mit meinen beiden Kindern.» Wie man zur Umsetzung einer Rolle kommt, weiss Mario Lorentz zu berichten: «Durch Beobachtung im Alltag», lacht er. Von einem Hoch auf das Laientheater zeugte zum Schluss der wohlverdiente Applaus.

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