Urdorf
Im «Pflästerlikurs» lernen Primarschüler, wie sie im Ernstfall handeln müssen

Mit Bildern und Dummies lernen die Kinder aus Urdorf, wie sie sie im Ernstfall ein Leben retten können.

Anina Gepp
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In Urdorf lernen die Kinder wie sie im Notfall reagieren müssen.
9 Bilder
Am Brustkorb kann kontrolliert die Samariterin Weber ob der Junge richtig beatmet
Auf dem Bild ist ein verunfallter Velofahrer zu sehen Die Kinder wissen Bescheid was zu tun ist
Eingepackt wie ein Güggeli sagt Nadja Perola
Berti Weber unterstützt die Kleinsten die noch nicht genug Kraft haben
Zu zweit geht es am besten
Berti Weber zeigt einem Jungen wie der Kopf am besten zurück gelegt werden muss
Die Kinder üben an Dummies die Wiederbelebung
Erwachsene Menschen oder Jugendliche können zu zweit besser in die Bewusstlosenposition gebracht werden

In Urdorf lernen die Kinder wie sie im Notfall reagieren müssen.

Die Schülerinnen und Schüler des Kurses bestaunen Bilder eines verunfallten Velofahrers. Zusammen mit ihrer Berufskollegin Nadja Perola fragt Berti Weber, Präsidentin des Samaritervereins Urdorf, die Kinder, wie sie handeln würden. «Den Verletzten ansprechen und schauen, dass er nicht von den Autos überfahren wird», sagt eine Schülerin. Die Samariterinnen erklären, was im Notfall noch zu tun wäre: «Das Wichtigste sei es, herauszufinden, ob die Person noch bei Bewusstsein ist. Dann müsse sofort immer die Polizei alarmiert werden. «117 ist die Nummer. Wer weiss die des Krankenwagens?», fragt Weber in die Runde. «144», rufen gleich mehrere Kinder.

Im Ernstfall ein Leben retten

Dass auf eine kleine Schnittwunde ein Pflaster geklebt wird, das weiss jedes Kind. Wie ein bewusstloser Mensch mit einer Herzdruckmassage wiederbelebt werden kann, lehrt uns erst viel später der Nothelferkurs. «Es ist wichtig, dass auch Kinder Bescheid wissen, was in Notfallsituationen zu tun ist», so Weber. Deshalb organisiert sie jedes Jahr zusammen mit dem Familienverein einen «Pflästerlikurs» an der Schule Urdorf. In zwei Stunden lernen interessierte Kinder zwischen sieben und 13 Jahren, wie sie im Ernstfall ein Leben retten können.

In der Isoliermatte wie ein Güggeli

An vorbereiteten Puppen dürfen die Kinder selbst ausprobieren, wie eine Herzmassage funktioniert. «Was ist, wenn der Verletzte eine verstopfte Nase hat?», fragte ein Junge neugierig. Dann könne er nicht beatmet werden, man mache einfach die Herzmassage, antwortet Weber.

Eine kurze Verschnaufpause gibt es, als die Bewusstlosenlage geübt wird. Als ein Kind in der richtigen Position liegt, sagt Nadja Perola: «Wir packen den Verletzten mit der Isoliermatte ein wie ein Güggeli. Die goldige Seite hat dieselbe Farbe wie die Sonne und gibt deshalb warm.»
Wenn es nach den Samariterinnen ginge, wäre der «Pflästerlikurs» längst Teil des Lehrplans: «Schon viele Kinder konnten Leben retten.»